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Die Jelinek, der Terror und die Wut

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Im Januar 2017 hat Elfriede Jelineks neuestes Stück »Wut« Premiere im Schauspielhaus Salzburg.

Ein Abonnenten-Plus von acht Prozent in der laufenden Spielzeit: Das ist eine Erfolgsmeldung vom Schauspielhaus Salzburg. Die Steigerung gehe nicht nur auf Partner-Abos zurück, sondern den meisten Zuwachs verzeichneten die »klassischen« Spielzeit-Abos, heißt es.


Die kommende Spielzeit geht am 16. September mit Georg Büchners Revolutionsdrama »Dantons Tod« los. Die erste Premiere im Studio (ab 24. September) ist eine Österreichische Erstaufführung: Der ehemalige Theaterkritiker Charles Marowitz hat selbst ein Stück geschrieben, das den Kritiker- sowie den Schauspielerberuf gleichermaßen aufs Korn nimmt: »Vorhang«.

Es wird auch ein Auftragswerk uraufgeführt: Anlässlich des 500. Todestags des niederländischen Malers Hieronymus Bosch hat das Schauspielhaus den Schweizer Autor Jérôme Junod beauftragt, sich auf die Spuren des Malers und seiner geheimnisvollen Bilder zu begeben. »Hieronymus Bosch« ist eine Hommage an die menschliche Sehnsucht, der Kunst näherzukommen und die Welt, bei aller Absurdität und Katastrophe, verstehen zu wollen (ab 20. November).

Im Januar 2017 hat Elfriede Jelineks neuestes Stück »Wut« Premiere. Es ist eine Auseinandersetzung mit den aktuellen politischen Ereignissen rund um den Terror mit Blick zurück auf eine lange, gewalttätige Menschheitsgeschichte. Stefan Zweigs Roman »Ungeduld des Herzens« wird in einer Theaterfassung von Thomas Jonigk aufgeführt. Regie führt der international erfolgreiche Salzburger Regisseur Rudolf Frey, der zuletzt im Schauspielhaus Joseph Roths »Hiob« umgesetzt hat. In dieser ansehnlichen Reihe österreichischer Autoren darf Thomas Bernhard nicht fehlen: »Der Theatermacher« ist Harald Fröhlich, Urgestein im Ensemble und Leiter der Schauspielschule des »Schauspielhaus Salzburg«. Intendant Robert Pienz inszeniert.

Noch kein Regisseur ist für Henrik Ibsens »Hedda Gabler« im neu erschienenen Jahresprogramm ausgewiesen. Peter Raffalt, international erfolgreicher Regisseur und Leiter der Kinder- und Jugendsparte des Burgtheaters, ist für Max Frischs »Biedermann und die Brandstifter« unter Vertrag. Frischs »Lehrstück ohne Lehre« erweise sich gerade heute als politische Parabel von höchster Brisanz, heißt es dazu.

Neil Simons Erfolgskomödie »Ein seltsames Paar« (Regie: Christoph Batscheider, ab 15. Dezember) unterhält zum Jahreswechsel, und zum Abschluss der Saison darf man ebenfalls Lachen: Jonas Jonassons »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand« ist eine spannend-absurde Kriminalgeschichte über den Hundertjährigen, der nicht nur im hohen Alter von einer bizarren Situation in die nächste schlittert.

Für das junge Publikum bietet das Schauspielhaus wieder drei Produktionen, die außerdem von einem theaterpädagogischen Angebot begleitet werden. Für Jugendliche ab zehn Jahren wird Mike Kennys »Der Junge mit dem Koffer« als österreichische Erstaufführung gezeigt, eine sensible Geschichte über Krieg und Vertreibung, über Flucht und Freundschaft (Christoph Bartscheider inszeniert). Zum ersten Mal in Salzburg treibt Carlo Collodis »Pinocchio« seine fröhlichen Streiche. Mareike Zimmermann macht aus dem Klassiker der Kinderliteratur ein Theaterstück mit Musik für Kinder ab fünf.

Im Sommersemester steht Janne Tellers preisgekrönter, internationaler Bestseller »Nichts – Was im Leben wichtig ist« auf dem Spielplan. Reinhard Kriechbaum