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»Die ganze Welt beneidet uns um die Halle«

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Der neue Vorsitzende des DEC Inzell, Pino Dufter, hat viel vor. (Foto: Huber)

Er ist seit wenigen Wochen der neue starke Mann an der Spitze des DEC Inzell: Pino Dufter hat das Amt des Vorsitzenden von Hubert Graf übernommen. Dufter ist ein absoluter Kenner des Vereins, schließlich hat er beim DEC Eishockey gespielt und danach die Erste Mannschaft trainiert. Beim Eisschnelllaufen ist er Hallensprecher und seine beiden Kinder Roxanne und Joel gehören zum Kader der Nationalmannschaft. Im Interview mit unserer Zeitung hat der 57-Jährige seine Ziele und Visionen mit dem DEC Inzell verraten.


Herr Dufter, wie fest sitzen Sie denn schon im Sattel als Vorsitzender des DEC?

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Die Wahl ist jetzt rund vier Wochen her, wir hatten eine erste Vorstandssitzung, haben uns intensive Gedanken gemacht und ausgetauscht. Es war ein fruchtbares Meeting. Wir haben ja weitere Neulinge in der Vorstandschaft dabei und jetzt beginnen wir mit den ersten Schritten.

Die sportliche Richtung fokussiert sich klar auf das Eisschnelllaufen als Kerngeschäft. Wie ist da die Ausrichtung?

Kadersportler sind für uns enorm wichtig: Nur dafür bekommen wir Zuschüsse. Das muss im Interesse von uns allen in der Gemeinde sein. Die führende Rolle muss dabei der DEC spielen, das hat die Gemeinde erkannt. Wichtig ist für mich »Jugend forsch«, wenn ich es so nennen darf. Das heißt, im Nachwuchs gute Trainer einzusetzen. Wir haben in dem Bereich gute Trainer mit ehemaligen Sportlern wie Monika Gawenus, Moritz Geisreiter und bald auch Gabi Hirschbichler. Geleitet wird alles von Markus Eicher, der ein absoluter Fachmann ist. Wir arbeiten mit den Schulen und Kindergärten zusammen, Nachwuchs hat bei uns absolute Priorität. Auch Eishockey ist eine zahlenmäßig große Abteilung. Wir haben Gespräche über deren Ziele geführt. Meiner Ansicht nach ist die Mannschaft für die Bezirksliga zu gut, da stelle ich mir die Frage: Ist das die richtige Liga? Mit Eiskunstlaufen haben wir eine weitere und sehr selbstständige Abteilung mit gutem Zulauf. Wir sind also sehr gut aufgestellt.

Inzell hat im vergangenen Winter eine sehr gute Weltmeisterschaft im Einzelstreckenbereich ausgerichtet. In diesem Winter fehlen große internationale Veranstaltungen. Im November gibt es die Deutschen Meisterschaften in der Max-Aicher-Arena. Muss man jetzt »kleinere Brötchen« backen?

Die Deutsche Meisterschaft ist zunächst sehr wichtig für die Sportler. Es geht um die Qualifikation für den ersten Weltcupblock. Wir wollen diesmal einen neuen Weg bestreiten und haben eine »Internationale Deutsche Meisterschaft« ausgeschrieben. Das wird das Niveau der Wettkämpfe steigern. Es geht ja weiter mit Qualifikationen für Weltmeisterschaften und Kaderzugehörigkeit, da hängt vieles dran. Ich hoffe auch, dass unsere Inzeller Sportler eine gute Rolle spielen werden.

Die Akzeptanz der Max-Aicher-Arena durch die Inzeller ist nicht gerade berauschend. Wie bekommt man die zu den Veranstaltungen in die Halle?

Ein Teil der Inzeller hat die Arena noch nie von innen gesehen, das ist sehr schade. Die ganze Welt beneidet uns um die Halle. Im Gespräch sind aber immer die Kosten, die Leute schnappen einiges vom Hörensagen auf, das ist leider so. Ich möchte an die Einheimischen einen Aufruf starten, an den drei Tagen der Deutschen Meisterschaft die Rennen live zu verfolgen. Wir haben einige Aktionen geplant. Zum Beispiel treffen sich in der Gemeinde die Rentner mit dem VdK regelmäßig zu Kaffee und Kuchen. Wir laden diese mit 50  Freikarten zu uns in die Arena ein. Auch wollen wir an die Firmen und Vermieter im Ort herantreten. Bei den Meisterschaften hätte ich gerne täglich 800 bis 1000 Zuschauer in der Halle.

Wie sehen die längerfristigen Visionen mit der Halle und dem DEC aus?

Wir suchen deswegen Gespräche mit der Gemeinde und der Touristik. Verein und Halle sollen die Speerspitze im Tourismus sein. Es gibt Überlegungen, die Arena zu einer Eventhalle auszubauen. Meine Visionen gehen aber in die Richtung, den Breiten- und Spitzensport auszubauen – neben den Eissportarten in Richtung Trendsportarten wie etwa Bouldern, dazu Trainingscamps für andere Vereine. Alle sind begeistert von Inzell. Ich stelle mir unter anderem die Frage, was kann man mit der weiteren Fläche in der Mitte der Halle tun? Natürlich sind das alles Kostenfragen, die aber Sinn haben und zu diskutieren sind. Die Arena liegt in einem tollen Umfeld. Alles ist da und wir haben ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Um es auf den Punkt zu bringen: Der DEC kann nicht ohne Arena – die Arena kann nicht ohne DEC.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit dem Verband, der DESG?

Der DEC kann ein gewisses Wort im Verband mitreden. Wir sind einer der wenigen Vereine, die nach internationalen Wettkämpfen ein positives Ergebnis aufweisen können. Das müssen wir der DESG klar ansagen und auf den Tisch klopfen. Wir brauchen in Inzell internationale Großveranstaltungen. Siegi Huber