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Die »bairischste« aller Opern auf der Halsbacher Waldbühne

Die Programmvielfalt des »Musiksommers zwischen Inn und Salzach« 2013 zeigt sich nicht zuletzt in der Aufnahme der »bairischsten« aller Opern, des »Goggolori« von Michael Ende (Text) und Wilfried Hiller (Musik) unter der famosen musikalischen Leitung Alois Rottenaichers.

Kein Aufführungsort für das magieträchtige, zwischen Glauben und Aberglauben im Angesicht der Pest des 30-jährigen Krieges chargierende Stück (siehe Foto) ist wohl passender als die Waldbühne von Halsbach. Leider nur drei Vorstellungen locken Gäste aus nah und fern. Wie die spannende, wetterbegünstigte, glutvoll durch die sensible Regie des literar-theatralischen Lokalmatadors Martin Winklbauer interpretierte Premiere wie am Schnürchen lief, hätte dieser Halsbacher »Goggolori« das Zeug zum sommerlich-festiven Dauerbrenner. Mit dem vom geschmackvoll in Kostüm, Attitüde und Gesang agierenden Theaterchor Halsbach und dem akzentuiert musizierenden Mini-Orchester gab sich ein exzellentes Solisten-Septett ein bejubeltes Stelldichein.

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Jedem Staatstheater machte es Ehre. Markus G. Herzog in der Titelrolle, Werner Perret als Ullerin, Christa Schneider als Zeipoth, Heinz Schmidtpeter als Irwing, Rose Bihler Shah als sein Weib, Tobias Gründl als Aberwin und Martin Winklbauer, der künstlerische Kopf vom Halsbacher Spielhof, als Einsiedel überzeugten in der fast dreistündigen, mitreißenden Abend-Schau mit der anrührenden Neuinszenierung eines Zugstücks altbairischer Musiktheaterkultur.

Es gibt noch Restkarten für die letzte Aufführung am Freitag um 20 Uhr unter Telefon 01805/723636. Hans Gärtner