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Devisen: Neuwahlen in Griechenland drücken Euro auf Viermonatstief

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> ist am Dienstag nach Meldungen über Neuwahlen in Griechenland deutlich unter die Marke von 1,28 US-Dollar abgerutscht. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,2736 Dollar gehandelt und stand somit auf dem tiefsten Stand seit Mitte Januar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,2843 (Montag: 1,2863) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7786 (0,7774) Euro. Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus den Eurozone hatten den Euro bis dahin noch gestützt.

"Am Devisenmarkt geht die Hängepartie um die Griechenland-Rettung in eine neue Runde und das belastet den Euro", begründete Devisenexperte Stephan Rieke von der BHF-Bank die starken Kursverluste der Gemeinschaftswährung. Zuvor waren die Verhandlungen zur Bildung einer Regierung in Athen nach Angaben eines Sprechers von Staatspräsident Karolos Papoulias endgültig gescheitert. Damit wird in Griechenland nur wenige Wochen nach den letzten Wahlen erneut abgestimmt. Rieke sprach mit Blick auf die weitere Entwicklung der Griechenland-Krise von einer "schwierigen Situation". Für die Anleger gebe es einfach keine klare Orientierung, wie sich die Euro-Schuldenkrise weiter entwickeln könnte.

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Mit den Meldungen aus Athen hatte sich die Lage am Devisenmarkt in wenigen Minuten völlig verändert: Zuvor hatten noch überraschend gute Konjunkturdaten für gute Laune beim Euro gesorgt. Ein unerwartet starkes Wirtschaftswachstum in Deutschland hatte die Eurozone zu Beginn des Jahres aus der Rezession gezogen. Selbst das Krisenland Portugal hatte sich im ersten Quartal deutlich besser als erwartet entwickelt. Allerdings hätten die Nachrichten aus Griechenland am Nachmittag die guten Konjunkturdaten umgehend überlagert, sagte Experte Rieke weiter.