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Devisen: Euro weiter klar im Plus - Bernanke schließt Anleihekauf nicht aus

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat am Freitag im New Yorker Handel weiter deutlich im Plus notiert. Nach der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke auf dem wichtigen Notenbank-Symposium im amerikanischen Jackson Hole war der Kurs bis auf ein Tageshoch bei 1,2636 US-Dollar geschossen. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,2579 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2611 (Donnerstag: 1,2544) Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt belasten Anleihekäufe der Fed tendenziell den Dollar. Die Unmengen von Liquidität, die dadurch in die Märkte gepumpt werden, gelten als langfristige Bedrohung für den Geldwert.

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Bernanke hatte ein neues Anleihenkaufprogramm nicht ausgeschlossen, sich aber nicht auf konkrete Schritte festgelegt. Dabei war er in seiner Rede auch ausführlich auf den Nutzen und die Risiken eingegangen, die es mit sich bringe, den Markt mit neuen billigen Geld zu überfluten. Viele Beobachter gegen aber nun davon aus, dass die Fed gleichwohl schon bald ihr drittes Anleihenkaufprogramm (QE3) ankündigen könnte. "Die Anleger haben sich sicherlich klarere Signale von der Rede erwartet", sagte ein Devisenexperte. Er habe aber den Eindruck gewonnen, dass auch Bernanke inzwischen eine weitere geldpolitische Lockerung favorisiere.

Bereits in zwei Wochen trifft sich der Fed-Offenmarktausschuss zu seiner nächsten Zinssitzung. Erste Beobachter erwarten schon zu diesem Termin eine Entscheidung. Vor zwei Jahren, als Bernanke in Jackson Hole vage Andeutungen in Richtung Anleihekauf gemacht hatte, dauerte es noch drei Monate bis zum Start des QE2-Programms.