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Devisen: Euro profitiert nicht von EZB-Anleihekaufprogramm

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> hat am Donnerstag nicht von dem neuen Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren können. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2620 Euro und damit in etwa so viel wie am Morgen. Zeitweise war der Euro sogar auf deutlich unter 1,26 Dollar abgerutscht. Händler nannten als Grund, dass EZB-Chef Mario Draghi überwiegend bereits durchgesickerte Details zu den neuen Anleihekäufen bestätigt habe. Einige Marktteilnehmer hätten daraufhin Gewinne mitgenommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2638 (Mittwoch: 1,2578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7913 (0,7950) Euro.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der EZB-Ratssitzung. Nachdem die Notenbank ihren Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent belassen hatte, erläuterte EZB-Präsident Draghi die neue Strategie der Notenbank in der Schuldenkrise: Zum zweiten Mal wird die Notenbank an den krisengeschüttelten Anleihemärkten intervenieren. Draghi rechtfertigte den umstrittenen Eingriff mit den hohen Risikoaufschlägen für Staatsanleihen von Krisenländern, weswegen die Wirkung der EZB-Geldpolitik gestört sei. Die Bundesbank lehnt die Käufe strikt ab, weil sie nach ihrer Ansicht die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung durch die Notenpresse überschreiten.

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Das neue Kaufprogramm fällt im Vergleich zu der ersten Runde, mit dem die Notenbank seit der Griechenland-Krise 2010 interveniert hatte, deutlich schärfer aus: So ist das neue Programm im Volumen unbegrenzt. Zudem verzichtet die EZB auf ihren Status als bevorrechtigter Gläubiger. Im Falle einer Staatsumschuldung wäre sie von Verlusten also genauso wie private Investoren betroffen. Sowohl das begrenzte Volumen als auch der bevorrechtigte Status der EZB gelten unter Experten als wesentliche Schwachpunkte der ersten Anleihekäufe. Neben griechischen Titeln hatte die EZB auch Anleihen Irlands, Portugals sowie Spaniens und Italiens im Gesamtwert von rund 200 Milliarden Euro erworben.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79360 (0,79035) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 99,36 (98,67) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2049 (1,2014) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> festgelegt. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1701.00 (Vortag: 1.690,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 42.820,00 (42.620,00) Euro.