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Deutschen Aufenthaltstitel "ausgeliehen"

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Foto: dpa/Symbolbild

Piding – Arbeitsreich präsentierte sich der Jahresbeginn für die Traunsteiner Schleierfahnder in Piding. Zunächst misslang der Versuch eines 34-jährigen Ghanaers, mit einem "ausgeliehenen" deutschen Aufenthaltstitel nach Deutschland einzureisen. Er und sein Helfer landeten daraufhin in der Haftzelle.


Wenige Stunden später musste ein 30-jähriger Österreicher seine mitgeführte Drogenration – rund neun Gramm Marihuana in Gläsern – an die Schleierfahnder übergeben. Kurz zuvor stoppte eine Streifenbesatzung einen im Landkreis Berchtesgadener Land wohnhaften 47-jährigen Österreicher, dessen österreichische Fahrerlaubnis, aufgrund von zurückliegenden Verkehrsdelikten, auf deutschen Straßen keine Gültigkeit hatte.

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Gegen 7.30 Uhr fiel einer Zivilstreife der PI Fahndung Traunstein ein an der Frontpartie etwas lädierter Renault Espace mit italienischer Zulassung auf. Bei einer Kontrolle an der Autobahnausfahrt Piding-Nord stellte sich zwar der Unfallschaden als gering heraus, dafür ergaben sich aber bei den Fahrzeuginsassen einige Ungereimtheiten.

Den Fahndern war bei der Durchsicht der ausgehändigten "Papiere" aufgefallen, dass der vom Beifahrer vorgelegte deutsche Aufenthaltstitel nicht ihm gehörte. Beim Personen-Lichtbildvergleich ergaben sich bereits so gravierende Abweichungen, dass die Beamten den "Unbekannten" und seinen Chauffeur zum Fingerabdruckabgleich zur Dienststelle mitnahmen. Innerhalb von wenigen Minuten stand dann eindeutig fest, dass es sich bei dem Beifahrer nicht um den rechtmäßigen Ausweisinhaber – einem 57-jährigen Mann aus Ghana – handelte. Nicht zuletzt aufgrund der erdrückenden Beweislage und einer längeren persönlichen Bedenkzeit gestand der Mann schließlich den Ausweismissbrauch.

Da der aus dem westafrikanischen Ghana stammende Migrant weder einen erforderlichen Reisepass noch ein Visum vorweisen konnte, wurde er zudem wegen illegaler Einreise angezeigt. Gegen den Fahrer – ein in Dortmund wohnhafter Deutsch-Ghanaer – leiteten die Ermittler ein Strafverfahren wegen Beihilfe ein.

Zudem bestand der Verdacht, dass er die missbräuchlich verwendete Aufenthaltsgenehmigung für seinen Mitreisenden "organisiert" hatte. Nach Abschluss der Anzeigenaufnahme durfte der 51-Jährige die Weiterreise nach Dortmund fortsetzen. Der Migrant wurde an die nächste Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet.

An der Autobahnausfahrt Anger in Fahrtrichtung München rückte der Beifahrer eines österreichischen Mazda – in Anbetracht der drohenden Durchsuchung – sein für den Eigenbedarf mitgeführtes "Gras" an die Schleierfahnder heraus. Den Kärntner erwartet nun eine Anzeige wegen Drogenschmuggels. Das Cannabis-Kraut wanderte in die Asservatenkammer. Nach einer kurzen "Bearbeitungszeit" bei den Fahndern durfte er die Weiterreise mit seinen zwei Begleitern in Richtung Vorarlberg fortsetzten.

Bei einem 47-jährigen Österreicher wurde die Weiterfahrt hingegen ausdrücklich untersagt. Trotz einer wirksamen "Fahrerlaubnissperre" war der Kraftfahrer mit seinem BMW auf der Bundesstraße 20 auf Höhe von Piding in Richtung Bad Reichenhall unterwegs. Obwohl die kontrollierenden Fahnder einen österreichischen Führerschein ausgehändigt bekamen, ergab die anschließende Recherche im Polizeicomputer einen entsprechenden Negativ-Eintrag. Da nicht weit entfernt, wurde die Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gleich auf der Dienststelle in Urwies durchgeführt. Seine Mitfahrerin musste schließlich weiterfahren.

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