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Derby in Hannover: Schwere Fan-Krawalle bleiben aus

Hannover (dpa) - Die befürchteten schweren Fan-Krawalle beim Niedersachsen-Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig sind bis zum späten Abend ausgeblieben. Die Abfahrt der Fußballfans sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Pyros
Braunschweiger Anhänger entzündeten ein Bengalisches Feuer. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Die Partie endete torlos, die Stimmung zwischen den Anhängern der beiden rivalisierenden Vereine war aber schon vor dem Anpfiff aufgeheizt. Nach Polizeiangaben wurden mehrere Menschen verletzt und gewaltbereite Fans festgenommen. Genaue Zahlen konnte die Polizei am Abend noch nicht nennen.

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Während es auf dem Rasen eher trostlos zuging, zündeten die Anhänger der beiden Vereine in den Fanblöcken massiv Pyrotechnik. Ein Stadionsprecher warnte davor, dass das Verhalten der Fußballfans zum Abbruch der Bundesliga-Partie führen könne. «Ich finde das beschämend, die Fans haben sich selbst beschädigt», sagte Hannovers Präsident Martin Kind nach dem Spiel.

96-Manager Dirk Dufner rechnet nun mit einer Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund. «Bei Pyrotechnik hast du immer Konsequenzen», sagte Dufner nach dem 0:0 im TV-Sender Sky. «Die Spinner kriegst du nicht in den Griff», meinte Dufner. Der Manager und Vereinschef Kind hoffen nun, mit der neuen Videotechnik im Stadion die Täter identifizieren und zur Rechenschaft ziehen zu können.

Anhänger von Hannover 96 schmähten den Erzrivalen auf einem Plakat als «Abschaum». Bereits vor dem Spiel war es zu Ausschreitungen Gewaltbereiter gegen die Polizei gekommen. Auch aus den Fan-Zügen beider Mannschaften flogen Pyrotechnik und Böller.

Gegen fahnenschwenkende Anhänger der Braunschweiger, die ihre Kontrahenten mit Schmährufen beleidigten, brachte die Polizei einen Wasserwerfer in Stellung, der letztlich aber nicht zum Einsatz kam. Hunderte 96-Fans versuchten in Richtung Stadion zu stürmen und mussten von einem massiven Polizeiaufgebot abgedrängt werden.

Das Nachbarschafts-Duell galt wegen der besonderen Rivalität der Fans als Hochrisiko-Spiel. Die Polizei war mit rund 1000 Beamten im Einsatz. Für beide Vereine sind insgesamt rund 850 gewaltbereite Hooligans registriert.