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Der Zahn der Zeit nagt an der »wunderschönen Schule« in Bergen

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Die Gemeinde Bergen plant in den nächsten Jahren eine Generalsanierung ihrer Schule. Heuer will sie die Bauarbeiten beginnen. Im Brennpunkt steht der im Jahr 1900 errichtete Altbau. (Foto: Pültz)

Bergen – Alt und schön ist sie: die Schule, die im Ortszentrum steht. Generationen von Einheimischen haben in den großen, geräumigen Klassenzimmern die Schulbank gedrückt. Der Altbau stammt aus dem Jahr 1900, der Zwischenbau ist 1965 hinzugekommen, der Neubau 1985. Doch an den Gebäuden nagt der Zahn der Zeit. Und so geht die Gemeinde heuer an eine Generalsanierung. »Wir haben eine wunderschöne Schule, die in die Jahre gekommen ist«, sagt Bürgermeister Stefan Schneider im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die Gemeinde setze sich zum Ziel, die »Basis zu legen«, damit auch die nächsten Generationen gern ins Haus kommen und guten Unterricht bekommen.


Sanierungen gehen über mindestens drei Jahre

Über mehrere Jahre wird die Generalsanierung der Schule die Gemeinde Bergen beschäftigen. Wie lange sie genau dauert, lässt sich nicht sagen. Viele offene Fragen stehen im Raum. Wann liegt das Geld in der Kasse, das die Gemeinde braucht, wann fließen vor allem die Zuschüsse, die sie vom Staat erwartet? Welche Folgen hat die Corona- Krise? Drei Jahre waren einmal für die Generalsanierung angesetzt – in einer Zeit vor dem Ausbruch der Pandemie, die vieles gehörig durcheinander gewirbelt hat. Und so gibt sich der Bürgermeister vorsichtig und sagt, dass die Bauarbeiten mehr als nur drei Jahre in Anspruch nehmen können.

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Schritt für Schritt will die Gemeinde die Hausaufgaben erledigen, die sich ihr stellen, wenn sie nun den Schulbetrieb auf eine neue, moderne Grundlage stellt. Sie plant eine Reihe von Bauabschnitten, die sie nach und nach abarbeiten will. Wie der Zeit- enthält auch der Kostenplan noch Unwägbarkeiten. Der erste Bauabschnitt steht laut Schneider mit 1,6 Millionen Euro zu Buche – und die weiteren Maßnahmen werden wohl, wie der Bürgermeister nur vage andeuten will, in einer ähnlichen Größenordnung liegen.

Viele einzelne Maßnahmen will und muss der Sachaufwandsträger in den nächsten Jahren ergreifen. Im Brennpunkt der Gemeinde stehen unter anderem – was dann auch sogleich im ersten Bauabschnitt erfolgt – Sanierungen im Altbau: Das Dach muss erneuert werden, Dämmungen sind nötig. Und vor allem sind die sechs Klassenzimmer dann auf Vordermann zu bringen. Nicht zuletzt müssen insbesondere die Böden ausgetauscht werden.

Im Visier hat die Gemeinde, wenn sie an die Generalsanierung der Gebäude geht, vor allem auch den Brandschutz. Herausgestellt habe sich, so der Bürgermeister, dass an einigen Stellen Nachbesserungen vonnöten sind. Um die Vorgaben des Gesetzgebers voll und ganz zu erfüllen, müsse zum Beispiel – um die Abstände einzuhalten – die eine oder andere Tür versetzt werden. Und vor allem sei die Gemeinde angehalten, einen zweiten Fluchtweg zu schaffen. Und damit seien die Weichen für den Bau einer zusätzlichen Treppe gestellt.

Im Maßnahmenpaket, das die Gemeinde für die Generalsanierung der Schule geschnürt hat, steht laut Schneider auch die Schaffung »sicherer Zugänge«. Und wenn der Rathauschef in diesem Zusammenhang von Sicherheit spricht, dann meint er Türen, die gut abschließbar sind. Denn diese Eigenschaft besitzen die vielen Zugänge – acht bis zehn an der Zahl – bislang nicht. Die Gemeinde wolle ein »klares System« schaffen: eindeutig festlegen, wo – also durch welche Tür oder Türen – die Schüler und die Lehrer hinein- und hinausgehen.

Ganz oben auf der Agenda für die Sanierung steht auch, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Gerade die Corona-Krise habe deutlich gezeigt, so der Bürgermeister, dass auch alternative Unterrichtsformen angeboten werden müssen – und dass dann etwa auch der eine oder andere Schüler vielleicht einmal einen Laptop oder ein Tablet mit nach Hause nehmen kann, um dort digitalen Unterricht empfangen zu können.

Digitalisierung heißt technische Aufrüstung mit PC-Hard- und Software. Und in der Schule in Bergen bedeutet dieses Gebot der Stunde, dass die Gemeinde drei neue Netze erstellt – und zwar für die Verwaltung, die Schüler sowie für ein Energieleitsystem.

Neben dem Brandschutz und der Digitalisierung steht auch die Barrierefreiheit an hervorgehobener Stelle im Konzept für die Generalsanierung: Gezählt sind die Tage der Schwellen, die einem Gehbehinderten, einem Rollstuhlfahrer zum Beispiel, den Weg versperren. Die Übergänge werden abgeflacht. Und auch das größte Hindernis – die Treppe – will die Gemeinde für Gehbehinderte überwindbar machen. Welchen Weg sie einschlagen wird, sei aber, wie Schneider sagt, noch offen. Ein Aufzug sei ebenso denkbar wie ein Treppenlift.

Gemeinde wartet auf Förderzusage

Die Gemeinde steht in den Startlöchern. Die Ausgaben, die erforderlich sind, um in den ersten Bauabschnitt einzutreten, hat der Gemeinderat abgesegnet, als er vor kurzem den Haushalt für das laufenden Jahr verabschiedete (wir berichteten). Die Schulsanierung gehört mit zu den größten Investitionen in diesem Jahr.

Wenn die Gemeinde Bergen die Zusage der Regierung erhält, dass der Staat die Sanierungen bezuschusst, legt sie los: Die Ausschreibung erfolgt dann, schließlich die Vergabe. Wann genau die Bauarbeiter kommen, ist offen. Die Gemeinde plane, die Generalsanierung der Schule »bis Dezember zu beginnen«, sagt Schneider. pü