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Der Sprung ins kalte Wasser

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Vorstellungsrunde: Der neue Geschäftsführer der Watzmann Therme, Christoph van Bebber (r.), und Aufsichtsratsvorsitzender Franz Rasp im Gespräch mit einer Mitarbeiterin. Foto: Anzeiger/Fischer

Berchtesgaden – Die krisengeschüttelte Watzmann Therme hat einen neuen Geschäftsführer: Christoph van Bebber. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp stellte ihn in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender gestern Vormittag der Presse vor. Van Bebber hatte sich gegen 70 Bewerber durchgesetzt. Der Betriebswirt löst Michael Grießer ab, der sich künftig ganz auf seine Position als Tourismusdirektor konzentrieren wird.


Der neue Chef scheint genau zu wissen, was er tut. Immerhin hat er sein ganzes bisheriges Berufsleben lang in Bädern gearbeitet. »Er hat das von der Pike auf gelernt«, freute sich Franz Rasp. Nach seiner Ausbildung zum Schwimmmeistergehilfen absolvierte van Bebber die Prüfung zum Schwimmmeister. Neben seiner mehrjährigen Tätigkeit als Betriebsleiter absolvierte van Bebber ein Studium zum Betriebswirt. Der dreifache Familienvater leitete unter anderem die Fördeland-Therme in Glücksburg und war zuletzt auch als selbstständiger Berater tätig.

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Christoph van Bebber weiß um die schwierige Situation der Watzmann Therme Bescheid. Sonderlich zu beunruhigen scheint ihn die Schieflage allerdings nicht. »Das Bäderwesen ist ein schwieriges Terrain«, sagt der Experte. 100 Tage will sich der neue Chef jetzt erst einmal Zeit nehmen, um die wirtschaftliche Lage der Therme zu sondieren, die Stellung im Marktumfeld zu bewerten und die Wettbewerbsfähigkeit zu überprüfen. Erst dann möchte der Geschäftsführer ein neues Konzept vorlegen. Denn: »Eine generelle Maßnahme gibt es nicht, jedes Bad ist individuell«, weiß van Bebber.

Die Erwartungen an den neuen Chef der Watzmann Therme sind klar formuliert. »Seine Aufgabe ist es, die Betriebsabläufe zu optimieren und den Schwerpunkt auf Servicequalität und Marketing zu setzen«, stellt Franz Rasp klar. »Wir werden ihn daran messen, welche Vorschläge er bringt.« Eine Vorgabe für Besucherzahlen gebe es nicht. Der betriebswirtschaftliche Erfolg stehe im Vordergrund.

Mit der Installation eines eigenen Geschäftsführers könne sich Tourismusdirektor Michael Grießer nun ganz auf seine Funktion im Zweckverband konzentrieren. In der Einführungsphase soll er allerdings dem neuen Geschäftsführer für Fragen zur Verfügung stehen. Ansonsten werde es künftig eine Trennung zwischen der Betriebs-GmbH und dem Eigentümer TRBK geben. Die Zusammenarbeit, zum Beispiel bei Investitionsfragen, und der Informationsfluss sollen optimiert werden. Ebenso sei es van Bebber wichtig, die Kommunikation mit der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) und den Gastgebern zu verbessern.

Christoph van Bebber ist sich darüber im Klaren, dass viel zu tun ist. »Meine Arbeitstage werden lang sein«, sagt der Geschäftsführer. Denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist van Bebber ganztägig in der Therme. Dort will er neben seinen betriebswirtschaftlichen Aufgaben Ansprechpartner für alle Abteilungen sein. Und für die Kunden. »Für mich gibt es keine Beschwerden«, sagt van Bebber, »nur Anregungen.«

Christian Fischer

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