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Der große Kämpfer

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Die Skiklubvorstände Toni Graßl (l.) und Dominic Hillebrand (2.v.l.), Gabi Schieder-Moderegger von der Alpenvereinssektion Berchtesgaden sowie der Zweite Ramsauer Bürgermeister Rudi Fendt (r.) freuten sich über die großartigen Leistungen von Skibergsteiger Toni Palzer. (Foto: Wechslinger)

Nach Marie Horn und Franziska Pfnür ehrten die Gemeinde Ramsau und der Skiklub Ramsau den Skibergsteiger Toni Palzer. Er blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück, auch wenn er sein großes Ziel, den Weltmeistertitel, aus diversen Gründen nicht erreicht hat.


Doch der große Kämpfer hat angekündigt, dass er in zwei Jahren noch einmal den Welttitel anpeilt. Dabei hatte es sich der Ausdauersportler zuletzt ernsthaft überlegt, ob er nicht zum Langlauf wechseln sollte. Nach einem Leistungstest wurde Palzer eine große Langlaufkarriere vorhergesagt und sicher wäre er 2022 bei Olympia in China dabei gewesen. Dass Skibergsteigen olympisch wird, glaubt Toni Palzer indes nicht mehr, weil hierfür die nötigen Strukturen und auch ein entsprechender Masterplan fehlen. Wie in vielen anderen Sportarten möchte Palzer auch für gewisse Konkurrenten seine Hand beim Thema Doping nicht mehr ins Feuer legen.

Nach der Begrüßung und Laudatio durch den Zweiten Ramsauer Bürgermeister Rudi Fendt hieß auch Skiklubvorstand Toni Graßl die vielen Gäste willkommen. »Für deinen zweiten Platz im Vertikal und ebenfalls Platz zwei im Gesamtweltcup gebührt dir unser größter Respekt«, so Graßl. Der zweite Skiklubvorstand, Dominic Hillebrand, betreute Toni Palzer als kleinen Fußballspieler beim FC Ramsau. Man habe schon damals gesehen, dass der Toni ununterbrochen unterwegs war, so Palzers ehemaliger Trainer. In den Ausdauersportarten und vor allem dem Skibergsteigen habe sich Palzer zum Weltklasseathleten entwickelt.

Große Pläne

Palzer gehört seit fast sechs Jahren der Sportfördergruppe der Bundeswehr an. Weil er zuletzt auf einem militärischen Lehrgang war, fand auch die Ehrung lange nach dem Winter statt. Palzer wollte eigentlich im letzten Winter mit zwei Schweizern die »Trofeo Mezzalama«, das höchste alpine Skitouren-Rennen, bestreiten. Doch die Pläne der Bundeswehr kreuzten dieses Vorhaben. Nun will der Ramsauer im nächsten Jahr antreten. Dass das Skibergsteigen nicht olympische Disziplin geworden ist, sei kein Problem für ihn, wohl aber für den Nachwuchs. Schließlich sind Olympische Spiele das Höchste für jeden Sportler.

Neues Trainingsprogramm

Er habe im Hinblick auf die letzten Weltmeisterschaften sein Trainingsprogramm völlig geändert. Während er in den Jahren davor bis zu 50 Nächte am Kitzsteinhorn in über 2 600 Meter Höhe verbracht hat, wurde er danach anfälliger für Infektionskrankheiten. Sein Ziel in der letzten Saison war der Gewinn des Gesamtweltcups und der Weltmeistertitel – beides ging nicht auf.

Ob seine Konkurrenten dopen würden, dazu wollte Palzer nichts sagen. Er verdeutlichte aber, dass Doping im Ausdauersport nicht mehr wegzudenken sei. »Ich bin mir sicher, dass bei uns auch betrogen wird«, so Toni Palzer zur Problematik. Palzer will das Dopingproblem auch an der Konstitution seiner Gegner ausmachen.

Denn während er und andere echte »Hungerhaken« seien, würden andere mit 15 Kilogramm mehr Substanz ganz anders dastehen. Die Referentin für das Skibergsteigen in der Alpenvereinssektion Berchtesgaden, Gabi Schieder-Moderegger, freute sich, dass man den Zuschlag für einen Weltcup im Skibergsteigen am Jenner im nächsten Jahr bekommen habe. Gleichwohl gab sie auch zu verstehen, dass es im Deutschen Alpenverein ganz allgemein keine einheitliche Meinung im Bereich Skibergsteigen gäbe. Christian Wechslinger