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Der Gartenlaubkäfer frisst sich durch die Region

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Auch im Garten von Redakteurin Kathrin Bauer tummelt sich der Gartenlaubkäfer. Bekämpfen ist laut Kreisfachberater Markus Breier schwierig; es hilft nur Absammeln.
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Der Gartenlaubkäfer frisst Blätter und Blüten von Obstbäumen, Sträuchern und Rosen. (Fotos: Bauer)

Wer seinen Garten liebt, der pflegt ihn und kennt jede Ecke. Kleinste Unterschiede fallen da natürlich sofort ins Auge. Derzeit ist der Gartenlaubkäfer in der Region aktiv und frisst die Blätter vieler Sträucher und Obstbäume. Nicht nur im Garten von Redakteurin Kathrin Bauer in Hufschlag treibt der Käfer sein Unwesen, sondern auch in Bergen, wie Kreisfachberater Markus Breier mitteilt. Er warnt: »Es ist dieser Tage auch an anderen Orten damit zu rechnen.«


Der Gartenlaubkäfer ist rund einen Zentimeter lang, behaart, die Flügel sind dunkelbraun und Brust sowie Kopf sind glänzend schwarz-grün. »Der Käfer ist bei uns überall verbreitet und vermehrt sich in manchen Jahren und lokal massenhaft«, erklärt der Kreisfachberater. »Jetzt fliegt er als Käfer, frisst diverse Blätter und Blüten von Obstbäumen, Sträuchern und gerne auch Rosen. Im Anschluss legen die Weibchen Eier in den Boden, wo die Engerlinge Pflanzenwurzeln fressen, oft im Rasen. Sie entwickeln sich unterirdisch bis ins kommende Jahr, verpuppen sich im April und schlüpfen im nächsten Mai/Juni wieder aus.«

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Echter Schaden nur bei Massenaufkommen

Ein echter Schaden entsteht nur bei Massenaufkommen, sonst hält er sich in Grenzen. Geschädigte Rasenflächen können absterben – ähnlich wie beim größeren Junikäfer oder Maikäfer. Bei Bäumen und Sträuchern verwächst sich der Fraßschaden meist rasch.

Die Bekämpfung ist schwierig, so der Kreisfachberater weiter. »Es bleibt derzeit das Absammeln von Käfern oder von Mitte Juli bis September das Ausgießen von nützlichen Nematoden gegen die Engerlinge im Boden.« Für die Nematoden müssen Wärme und Feuchtigkeit im Boden genau passen, damit sie wirken. »Einen hundertprozentigen Erfolg gibt es nicht, nur ein Eindämmen.« Auch mit einer Fräse lassen sich die Engerlinge reduzieren – um neues Ansäen kommt man dann nicht herum. Vorbeugend soll weniger tiefes Mähen helfen, weil die Käfer ungern in langes Gras die Eier legen. »Generell gilt, den Rasen im Sommer nicht unter fünf Zentimeter zu mähen, damit weniger Trockenstress entsteht.«

Wie Breier weiter informiert, können Junikäfer und Maikäfer einen deutlich höheren Schaden verursachen, wobei sie meist einen zwei- bis dreijährigen Entwicklungszyklus haben. »Für sie gilt im Grunde dasselbe, die Nematoden wirken aber nur bei den jungen Engerlingen im ersten Jahr. Auch hier ist Fräsen wirkungsvoller.«

Kreisfachberater Markus Breier gibt noch einen weiteren Hinweis: »Als Engerlinge werden alle sich im Boden entwickelnden Larven von Blatthornkäfern bezeichnet, so auch von Maikäfer, Junikäfer, Rosenkäfer, Nashornkäfer und anderen.« Die Unterscheidung der Engerlinge ist nicht ganz einfach. Im Rasen tritt vor allem der Junikäfer auf, seltener Gartenlaubkäfer und Maikäfer. Der glänzend grüne Rosenkäfer ist häufig zu finden. Nur in Balkonkästen und Kübeln verursachen die Larven Wurzelschäden, wenn sie nichts mehr zu fressen haben, im Komposthaufen machen sie keine Probleme. jal