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Der »Freiraum« in Übersee wird zehn Jahre alt

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»Freiraum« in Übersee wird zehn Jahre alt
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Bei den Vorbereitungen für die zweitägige Jubiläumsveranstaltung: Vorsitzender Florian Ober (links) und Vorstandsmitglied Raphael Pothast an der neuen Bühne im Freiraum-Biergarten. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Ein ganzes Jahrzehnt »Freiraum«. Was als verrückte Idee von 18 Gründungsmitgliedern im Jahr 2009 ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile als beliebter Standort für Kunst, Musik und Kultur im Chiemgau etabliert. Das soll am kommenden Wochenende mit einem zweitägigen Festprogramm auf dem Freiraum-Gelände in Übersee gegenüber des Bahnhofs gebührend gefeiert werden.


Für die Kleinen gibt es eine Hüpfburg

Am morgigen Freitag starten die Feierlichkeiten um 21 Uhr mit dem wilden Sound von Karmic. Die kalifornische Electro-Pop-Band mit ihren außergewöhnlichen Beats bildet laut Veranstalter den perfekten Start in das Partywochenende. Am Samstag geht es gleich ab 11 Uhr mit einem Frühschoppen und den urig-gemütlichen Klängen der Blaskapelle Übersee-Feldwies weiter. Für die kleinsten Fans gibt es ein buntes Kinderprogramm, unter anderem mit einer Hüpfburg. Das Highlight der Geburtstagsfeier wird abschließend das Konzert von Jahcoustix sein. Der Münchner will mit seiner Band noch einmal richtig einheizen.

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Als der Freiraum-Verein im ehemaligen Dorfwirt in Übersee gegründet wurde, wollte man in der Mitte des Orts ein Bürgerhaus einrichten, einen zentralen repräsentativen Ort, einen Freiraum, einen Treffpunkt für die Bürger in Sachen Kunst und Kultur. Die Idee einer freien Partizipation aller Alters- und Gesellschaftsschichten war ein grundlegender Gedanke der Gründungsversammlung, die auch heute noch gilt.

So steht das Bürgerhaus grundsätzlich jedem offen, Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Familien und Senioren. Sie sollen die Möglichkeit haben, sich im nicht kommerziellen Freiraum ohne große finanzielle Aufwendungen bewegen zu können. Der Kontakt und Austausch zwischen den Generationen sollte durch spezielle Projekte und Themenabende gefördert werden, so das Konzept.

Vor allem die kulturelle Arbeit sehen die Verantwortungsträger um Gründer und Vorsitzenden Florian Ober als einen unbelasteten Einstieg in den sozialen Bereich. Sie ermöglicht ein ungezwungenes Miteinander und Entfalten kreativer Energien.

Inzwischen hat sich der Freiraum weit über die Landesgrenzen, ja sogar über die Grenzen des Kontinents, hinaus einen glänzenden Ruf als Standort für Kunst, Musik und Kultur erarbeitet. Seit Jahren geben sich Musikerinnen und Musiker aus den USA, Australien, Südafrika und Südamerika die Türklinke in die Hand.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stellen Jahr für Jahr eines der sehenswertesten Kulturprogramme Bayerns auf die Beine und haben mittlerweile mehr als 300 Veranstaltungen organisiert, von bayerischen Originalen bis zu internationalen Größen.

Das alte Haus des Freiraums hat sich im Laufe der Jahre sehr verändert. Der Saal wurde in Stand gesetzt und das Haus bewohnbar gemacht. Die oberen Stockwerke haben über die Jahre viele Projekte kommen und gehen sehen. Jetzt gibt es dort drei Studioräume, das Büro des Freiraums und eine Wohnung für Künstlerinnen und Künstler. Im Erdgeschoss kam 2016 der Freiraum-Pub dazu, der sich seither großer Beliebtheit erfreut. Im Zuge des ArtRes-Projektes wird es auf dem Dachboden bald noch ein geräumiges Musikstudio für die Jugendarbeit und Förderung der Künstler geben.

Trotz vieler Veränderungen, Abschiede und Neuzugänge hat sich der Freiraum seinen Drang, Neues auszuprobieren bewahrt. Dieser Gedanke, gemeinsam etwas zu erschaffen, sei es nun ein Konzert, ein schwimmendes Kurzfilmfestival, ein Kabarettabend oder ein Live-Pub-Abend, war und ist immer noch die Seele des Vereins. Dieser Idealismus ist trotz aller Veränderungen der letzten Jahre nie verloren gegangen.

Der Verein Freiraum hatte 2009 seinen Betrieb ohne finanzielle Mittel, Zuschüsse und Subventionen aufgenommen. In der Regel handelt er nach dem Prinzip der Eigenmittel-Erwirtschaftung. Das macht ihn unabhängig und frei von jeglichen Zwängen oder externen Interessen. bvd

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