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Der »Diener der Freude« verlässt die Pfarrei St. Georg

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Nach neun Jahren und drei Monaten verlässt Pater Joy Velikakathu die Pfarrei St. Georg Surberg. (Foto: Buthke)

Surberg – Zum Jahresende verlässt Pater Joy Velikakathu die Pfarrei St. Georg Surberg und kehrt zu seinem Orden, Missionare des Heiligen Franz von Salis (MSFS), nach Indien zurück, wo er voraussichtlich als Hochschullehrer tätig sein wird. Wie sehr Pater Joy an seinen Surbergern hängt, zeigt die Tatsache, dass er seine Abreise auf den allerletzten Tag im Jahr – den 31. Dezember – gelegt hat.


Pater Joy war neun Jahre und drei Monate als Seelsorger in Surberg tätig. Fünf Jahre davon war er auch Leiter des Pfarrverbands Surberg-Neukirchen. Von 2010 bis 2016 war er zudem Vizedekan des Dekanats Traunstein. In den vergangenen fünf Jahren hat er in den Pfarreien Haslach, Heilig Kreuz, Kammer, St. Oswald und Übersee ausgeholfen.

Grund für sein Weggehen aus Surberg ist die Regel der Missionare des Heiligen Franz von Salis, dass die Ordenspriester nach zehn Jahren den Sprachraum wechseln müssen. Diesen Zeitraum hat Pater Joy, dessen indischer »Künstlername« Aanandadaasan (Diener der Freude) ist, bereits um zwei Jahre überschritten.

Geboren wurde er 1961 im südindischen Bundesstaat Kerala. Mit 14 Jahren trat er in den Orden ein. Dass er Priester geworden ist, verdankt er seiner Aussage zufolge Mutter Theresa, der er dreimal begegnet ist. Er studierte Theologie und Philosophie und war dann sechs Jahre in einer Provinz im Nordosten Indiens nahe der chinesischen Grenze an Gymnasien und zwei Hochschulen in Mission und Lehre tätig. Danach nahm er in Salzburg ein weiterbildendes Studium auf. Nach acht Jahren kehrte er nach Indien zurück und wurde Leiter eines Priesterseminars in Gowahati im Bundesstaat Assam.

Vor zwölf Jahren kam er wegen seiner guten Deutschkenntnisse, die er sich in Salzburg erworben hatte, zur Diözese München und Freising. Seine erste Pfarrstelle war in Riedering im Landkreis Rosenheim, wo er drei Jahre lang Seelsorger war. 2009 kam Pater Joy nach Surberg. Seine Zeit in Surberg nennt Pater Joy eine »schöne Bereicherung und gute Erfahrung«. Mit seiner Tätigkeit als Pfarrer unterstützt er zudem die Missionsarbeit seines Ordens finanziell, denn sein Gehalt geht an den Orden. Er selbst erhält nur ein Taschengeld.

Die Pfarrgemeinde Surberg bezeichnet er als sehr lebendige Gemeinde. Dies sei wieder bei seinem Abschiedsgottesdienst am 9. Dezember deutlich sichtbar geworden, so Pater Joy. Alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Gemeindemitglieder hätten das Leben der Pfarrgemeinde auf vielfache Weise bereichert. Aber auch die Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde, speziell mit Bürgermeister Josef Wimmer, sei sehr gut gewesen.

Auch Bürgermeister Wimmer unterstreicht seinerseits die gute Zusammenarbeit und das hervorragende Verhältnis mit Pater Joy. Er sei immer da und sehr gut vorbereitet gewesen, wenn ihn die Gemeinde bei den verschiedenen Anlässen gebraucht habe. Bei der 200-Jahr-Feier der Pfarrei Surberg 2011 hätten sie gemeinsam schöne Veranstaltungen organisiert. Nicht nur er, sondern die gesamte Surberger Bürgerschaft bedauerten deshalb, dass Pater Joy nun weggehen müsse, so Bürgermeister Wimmer.

Er sei dankbar, dass er in Surberg habe wirken dürfen, betont Pater Joy. Es sei eine Zeit der herzlichen Aufnahme und wohlwollender Begegnungen gewesen. Seine Tätigkeit als Ordenspriester habe er stets unter das Motto gestellt »Pass auf, dass die Menschen, denen Du begegnest, wenn Du weggehst, glücklicher sind, als Du gekommen bist.« Man müsse fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen, so wie es der heilige Johannes Bosco sagte.

Er werde auch »Pater Eichhörnchen« genannt. Dies geht auf eine indische Legende zurück, in der Tiere eine Brücke bauen wollen und das Eichhörnchen auslachen, als es helfen will. Mit seinem Fell sammelt es Sand, um so die Steine fest zu verbinden. So tue das Eichhörnchen das Wenige, was es könne, sagt Pater Joy. Wenn er etwas Gutes getan habe, dann sei dies aber auch der Verdienst der Pfarrgemeinde gewesen, gibt er sich ganz bescheiden. Er habe sehr viel mehr empfangen, als er habe geben können, lobt er die angenehme und reibungslose Zusammenarbeit mit der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat. Insgeheim hoffe er, dass er in der vorlesungsfreien Zeit in Indien als Urlaubsvertretung in den Chiemgau zurückkehren könne. Bjr