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»Der beliebte Grobian« ist ein Erfolg

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Der ziemlich verwahrloste Leitner (Sepp Öttl) wird von Paula (Christine Ober) erst einmal gründlich in der Badewanne sauber geschrubbt. (Foto: Bauregger)

Schneizlreuth – Mit dem Stück »Der beliebte Grobian« von Franz Schaurer startete die Bauernbühne Weißbach im Hotel Alpenglück ihre diesjährige Spielzeit. Bereits beim Auftakt traten die Frauen und Männer nicht nur gut vorbereitet, sondern mit ansteckender Spiellaune auf die »Bretter, die die Welt bedeuten«, was ihnen die Besucher mit begeisterten Applaus reichlich bestätigten.


In dem Stück geht es um die immer gut besuchte Arztpraxis von Dr. Urig, souverän, dominant und witzig gespielt von Hubert Maier jun. Leider kommen zu Dr. Urig aber nicht nur wirklich Kranke, sondern unter anderem auch hysterische, liebesbedürftige Frauen wie die Wilhelmine, der Annemarie Steinbacher Charme, Hartnäckigkeit, Hinterlistigkeit und Damenhaftigkeit einhaucht. Dr. Urig versucht, sich ihrer Anhänglichkeit mit saugroben Schimpfworten wie etwa »hysterische Krampfhenna« zu erwehren. Dies gelingt ihm aber nur bedingt.

Auch die rabiate, herrschsüchtige, Zuhause das Zepter schwingende Nandl – spontan, zupackend, aber auch wenns sein muss unterwürfig gespielt von Marianne Hinterseer – macht ihm immer wieder Probleme. Diesmal bringt Nandl aber ihren Aloise, der so komische Verrenkungen macht. Es muss für Hans Bauregger als Aloise ziemlich anstrengend gewesen sein, sich vor dem Doktor und dem Publikum, minutenlang mit den Armen gestikulierend wie eine lebendige Vogelscheuche präsentieren zu müssen. Als weiterer Patient taucht noch der ziemlich verwahrloste Leitner auf, authentisch, amüsant und pointenreich gespielt von Sepp Öttl.

Den lässt Dr. Urig erst einmal von Paula, seiner Haushälterin, in der Badewanne schrubben und auf Vordermann bringen. Christine Ober spielt die Paula quirlig, konsequent und hart im Nehmen, denn sie muss nicht nur hier Hand anlegen, sondern später auch den Aloise zum Ausnüchtern auf's Kanapee verfrachten. Da wäre auch noch ein junges Pärchen. Er, Karl, cool, lässig und amüsant gespielt von Manfred Maier, ist von sich so überzeugt, dass es ihm fast das Hemd zerreißt. Als Fußballkanone »Bomber von Jochberg« will er vom Doktor Unterstützung durch Doping. Dr. Urig schmeißt ihn deshalb hochkant hinaus. Kurz davor verschrieb er aber Karls Freundin, der Inge, überzeugend aber zurückhaltend gespielt von Lina Hochhäusler, die Pille, damit die geplante Hochzeit nicht von unbeabsichtigtem Kindersegen beeinträchtigt wird.

Während Dr. Urig all diese Patienten behandelte, schmieden Wilhelmine, Nandl und Paula einen Verschwörungsplan. Mit einer schriftlichen Beschwerde bei der Krankenkasse wollten sie sich bei Dr. Urig für die grobe Behandlung rächen. Zum Beweis nahm die Nandl sogar eine Sitzung auf Tonband auf. Als dann plötzlich ein gewisser Dr. Eugen Meier, authentisch, lustig und pflichtbewusst gespielt von Franz Bauregger jun., auftaucht, sind zumindest Wilhelmine und Nandl sicher, dass dies mit der Beschwerde zu tun hat und jetzt »ihre Stunde« schlägt.

Vorher kassiert Wilhelmine aber noch eine Tracht Prügel von der Nandl, die sie mit ihrem beschwipsten Aloise, halb nackt hinter der spanischen Wand in der Praxis erwischt. Was die beiden Intriganten auch nicht wussten, ist, dass Dr. Meier ein Freund Urigs ist und ihm eigentlich nur zum Geburtstag gratulieren möchte, und dass der Aloise den Beschwerdebrief gar nicht weggeschickt hatte. Darüber hinaus hatte Paula dem Doktor die Intrige gestanden und der wiederum drehte die Kassette einfach auf die unbespielte Seite um. Mit Hilfe von Dr. Meier gelingt es schließlich, viele Wirrungen und Knoten zu lösen.

Mit tosendem Beifall bedankten sich die Theaterbesucher für einen lustigen, kurzweiligen und amüsanten Theaterabend bei den Theaterspielern, der Spielleiterin Christine Ober und der Souffleuse Christine Holzner. Weitere Termine sind am 4. Juli, 8. August und 12. September. Das zweite Theaterstück der Saison »Der G'spensterhof« von E. Naumann wird erstmals am 20. Juni und danach am 18. Juli, 22. August und 19. September gespielt. Beginn ebenfalls jeweils um 20 Uhr. wb