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»Den grauen Tag vergolden«

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Unser Bild zeigt Elmar Wohlrath und Iny Klocke alias Iny Lorentz sowie Nora Berger (rechts) während der Diskussion. (Foto: M. Heel)

Kunst- wie Literaturfreunde kamen gleichermaßen auf ihre Kosten, als der Traunsteiner Künstler Walter Niederberger im Kulturzentrum seinen neuen Kunstkalender »Blühendes Traunstein 2014« vorstellte. Um die Aktion zu unterstützen, gaben die Autoren Iny und Elmar Lorentz sowie Nora Berger, die Ehefrau des Künstlers, kurze Kostproben aus ihren neuesten Werken, denn die Einnahmen aus dem Verkauf des Kalenders und der Originalbilder sind für die Hauptorgel St. Oswald bestimmt.


In seiner Eröffnungsrede würdigte Walter Niederberger den Einsatz der zahlreichen Sponsoren, die eine kostengünstige Produktion des Kalenders ermöglicht hätten, und auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke betonte in seinem Grußwort dieses nicht eben selbstverständliche Engagement.

Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl zitierte einen Vers von Theodor Storm: »Der Nebel steigt, es fällt das Laub. Schenk ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden«, und verwies darauf, dass Lesen wieder hoch im Kurs stehe. Was ebenfalls nicht gerade selbstverständlich sei, habe er doch, wie er schmunzelnd anmerkte, vor vielen Jahren in der Stadtbücherei ein Plakat gesehen, auf dem stand: »Schock deine Eltern, lies ein Buch!«

Nora Berger, die nach einigen historischen Romanen mit »Tödliches Diner in Paris« nun erstmals einen Kriminalroman verfasst hat, entführte die zahlreichen Besucher daraufhin in die Stadt an der Seine, wo eine Frau in einen mysteriösen Mordfall verwickelt wird und dabei selbst in Verdacht (und Gefahr) gerät. Ihr folgten Iny und Elmar Lorentz, die mit über 10 Millionen verkauften Exemplaren die erfolgreichsten Autoren Deutschlands sind. Das Autorenpaar präsentierte zwei Auszüge aus seinem neuesten Werk »Flammen des Himmels«, eine in der Stadt Münster des Jahres 1530 angesiedelte Geschichte um sogenannte Wiedertäufer, denen ein berüchtigter Großinquisitor, der sich die Vernichtung der Ketzer auf die Fahnen geschrieben hat, auf den Leib rückt.

Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum gaben Iny und Elmar Lorentz als auch Nora Berger Auskunft darüber, wie sie an ihre Ideen bzw. Stoffe gelangen und erläuterten ihre Arbeitsweise. So wies Elmar Lorentz darauf hin, dass Schreiben harte Arbeit sei und neben viel Recherche auch viel Ausdauer und Disziplin erfordere. Für ihn und seine Schreibpartnerin sei es zum Beispiel üblich, ein Manuskript ca. fünf Mal komplett zu überarbeiten, bevor der Verlag (und damit weitere Korrekturen) ins Spiel kommen. Auf ihren Einfluss bei den diversen Verfilmungen wie der »Wanderhure« angesprochen, erwiderte er lapidar: »gleich Null«.

Auch Nora Berger hob das Handwerkliche hervor und meinte auf die Frage, wieso jetzt ein Krimi, dass ein routinierter Schriftsteller eigentlich über alles schreiben könne. Nicht umsonst spiele ihr nächster Roman, eine Abenteuergeschichte mit dem Titel »Der Fluch der Zuckerinsel«, auf Martinique zu den Zeiten Napoleons.

Bliebe abschließend noch zu erwähnen, dass der wirklich ansprechende, wunderschön gestaltete Kalender auch entsprechend nachgefragt war und auch die Bücher der drei Autoren viele Käufer fanden. Wolfgang Schweiger