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Den eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt

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»Paradise now« heißt das vierteilige Gemälde von Margareta Thiel, die auch das Bild mit den Porträts der sieben Künstlerinnen von FRAUENART im Kulturzentrum in Traunstein gemalt hat. (Foto: Giesen)

Eine Künstlergruppe von sieben Frauen, die seit 30 Jahren zusammen malen und ihre Bilder gemeinsam ausstellen – das ist sicher nicht alltäglich und eine große Besonderheit. Dem Anlass entsprechend fand im Kulturzentrum am Stadtpark in Traunstein eine mit über 300 Besuchern überaus gut besuchte Vernissage der Jubiläumsausstellung statt.


1983 lernten sich Ingrid Bauer aus Waging, Ingrid Blüml aus Grassau, Gisa Beyreuther aus Bergen, Heidi Machatschek-Flieher und Anna Maria Meixner, beide Traunstein, Gerti Richter aus Truchtlaching und Margareta Thiel, Freilassing, bei einem Kurs der Volkshochschule Traunstein unter dem Titel »Freude am Zeichnen und Malen« bei Rosemarie Ulbricht kennen. Alle fanden sie viel Spaß am Malen mit Aquarell, Zeichnen und Radieren, sodass sie immer wieder Kurse bei Frau Ulbricht belegten, sich aber auch privat zum Malen zusammenfanden.

Eine erste kleine Ausstellung gab es bereits 1984 in den Räumen der Buchhandlung Rumpel in Traunstein, später auch in Freilassing, im Grabenstätter Schloss, in Siegsdorf oder an verschiedenen anderen Ausstellungsorten in Traunstein. Seit gut 20 Jahren stellt die Gruppe FRAUENART regelmäßig im Kulturzentrum in Traunstein aus, seit kurzem nur noch alle zwei Jahre.

Dabei haben alle Teilnehmerinnen der Gruppe über die Jahre ihre malerischen Fertigkeiten intensiv aus- und weitergebildet, zum Beispiel an der Kunstakademie in Bad Reichenhall, auf gemeinsamen Malreisen oder in der Radierwerkstatt von Marianne Schenk, wo sie zehn Jahre lang die Technik der Radierung von der Pike auf lernten bis hin zu Dreifarbradierungen. Hier gab es auch zweimal jährlich intensive Arbeitswochenenden, bei denen selten eine von ihnen fehlte.

Beim Besichtigen der diesjährigen Ausstellung im Kulturzentrum zeigt sich auf einen Blick, dass die sieben Malerinnen alle auf ganz verschiedene Weise malen und offensichtlich ihren eigenen Malstil entwickelt haben. Die einen fühlen sich eher dem naturalistisch gegenständlichen Malen verpflichtet wie Ingrid Blüml oder Margareta Thiel, die anderen tendieren eher zum Abstrakten, Impressionistischen wie Anna Maria Meixner. Gleich neben der Eingangstür zeigt ein gelungenes Porträtbild von Margareta Thiel die Künstlerinnen. »Im Laufe der Jahre sind die Formate oft recht groß geworden«, erzählt Ingrid Blüml im Gespräch mit der Bericht-erstatterin, und »bei uns gibt es keine Konkurrenz und keinen Neid«. Jede könne so malen, wie sie es für sich als passend und richtig empfindet. Während sie sich früher immer privat trafen, besitzen die sieben Malerinnen seit drei Jahren ein eigenes Atelier in Traunstein, wo sie sich regelmäßig treffen, um zu malen.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke eröffnete die Ausstellung und zeigte sich echt begeistert über die gelungenen Werke und die »wahre Farbexplosion«, die sich hier offenbare. Angelika Hengl stellte den neuen Frauenkalender der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern vor, bei dem seit zehn Jahren regelmäßig auch Bilder der Gruppe FRAUENART enthalten sind, und Heidi Machatschek-Flieher stellte die Gruppe der sieben malenden Frauen vor. Ohne sich auf philosophische Erwägungen über den Begriff »Kunst« einzulassen, stellte sie unter dem Beifall der Anwesenden fest, dass es sicher eine Kunst der Frauen sei, so lange harmonisch zusammen zu bleiben. Für gute Stimmung sorgte außerdem die kubanische Gruppe aus Traunstein »Macubaja«. Wegen des großen Andrangs bei der Vernissage konnten viele die ausgestellten Werke anfangs gar nicht richtig betrachten. Gelegenheit, dies nachzuholen, besteht bis zum Wochenende.

Die Ausstellung »30 Jahre FRAUENART« ist noch bis Sonntag, werktags von 14 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr im Kulturzentrum Traunstein zu sehen. Christiane Giesen