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Deep Purple rocken das Olympiastadion

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Roger Glover (links) und Ian Gillan können es noch: Sie sind noch längst nicht zu alt, um ordentlich zu rocken. (Foto: Kewitsch)

Das Zitat stammt aus einer anderen Quelle (Ian Anderson von Jethro Tull), passt aber besonders zu Deep Purple: »too old to rock 'n' roll, too young to die.« Zu alt für Rock 'n' Roll, zu jung zum Sterben – sollte man meinen, wenn man die älteren Herren der Formation Deep Purple (neueste Schreibweise: »Deep ?urp!e«) ins Münchner Olympiastadion einmarschieren sieht. Mitnichten. Im Vorprogramm hatten die »Rival Sons« das Publikum bereits gehörig aufgemischt. Wenngleich der Sänger Jay Buchanan einen etwas »ferngesteuerten« Eindruck machte, gab es hier etwas Feines auf die Ohren.


Zurück zu Deep Purple. Allen voran Ian Gillan, stimmgewaltig, prägt das Bild der Band. Die Haare altersgerecht, auch ist er nicht mehr barfüßig wie einst unterwegs, doch rocken kann er noch, auch wenn er zeitweise erfolglos gegen die laute Gitarre von Steve Morse (seit 1994 bei Deep Purple) ankämpft. Roger Glover, charismatisch und cool am Bass – dieses Trio ist die eigentliche Show, Drummer Ian Paice und Keyboarder Don Airey halten sich dezent im Hintergrund, wobei die lichtspektakuläre Drummer-Show – völlig abgedunkelt verfolgt man die lichtilluminierten, fliegenden Drumsticks – davon ausgenommen ist.

Die Band stürmt mit dem Hit »Highway Star« die gut besetzte Olympiahalle (ein Drittel der Halle wird von einem Vorhang verhüllt) und schmettert, was die Lautsprecher hergeben. So geht es in den nächsten 90 Minuten munter weiter, doch wer ausschließlich den alten 70er-Deep-Purple-Sound erwartet, wird enttäuscht. Neue Lieder und ordentliche Lautstärke lassen manchmal die altbekannte Qualität etwas in den Hintergrund treten.

Das jedoch ist vergessen, als der gute alte Gassenhauer »Smoke on the water« vom Publikum frenetisch gefeiert und episch in die Länge gezogen wird. Das ansonsten recht sololastige Konzert (Ian Gillan nimmt sich abseits der Bühne immer wieder mal eine Auszeit) wird spätestens bei dieser Nummer wieder zu einer klaren Ansage: »We are not too old to rock 'n' roll«. Udo Kewitsch