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DEB-Team zittert sich bei WM zu Sieg über Österreich

Helsinki (dpa) - Die Garanten des deutschen Prestigeerfolgs über Österreich blieben bescheiden. «Ich freu' mich immer, wenn ich der Mannschaft helfen kann», meinte Doppeltorschütze Marcus Kink. Goalie Rob Zepp sagte: «Wir haben heute alle zusammen dagegengehalten.»

Jubel
Die deutschen Eishockey-Nationalspieler freuen sich über den 2:0-Sieg. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa
Parade
Goalie Rob Zepp (l) verhindert ein Tor durch den Österreicher Manuel Latusa. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa
Torschütze
Marcus Kick (r) erzielt gegen Österreichs Keeper Bernhard Starkbaum das 1:0. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa
Zittersieg
Torsten Anker (l) bei einer Attacke auf das Tor der Österreicher. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa
Hintenrum
Torsten Ankert (l) kurvt zu einem Angriff um das Tor der Österreicher. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa
Doppeltorschütze
Marcus Kick hat beide Tor für Deutschland erzielt. Foto: Pekka Sipola Foto: dpa

Dank der beiden Eishockey-Profis ist die Nationalmannschaft von Coach Pat Cortina ihre größten Abstiegssorgen bei der Weltmeisterschaft in Helsinki los. Ein mehr erzitterter als verdient herausgespielter 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)-Sieg über die Alpenrepublik, die Deutschland noch im Februar das Olympia-Ticket entrissen hatte, bescherte der Truppe am Mittwoch den wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenverbleib.

«Zepp hat ein fantastisches Spiel gemacht», fand Kapitän Christian Ehrhoff und reihte sich damit in den allgemeinen Lobgesang ein. «Er war heute herausragend», meinte Coach Cortina, der nach 60 niveauarmen Minuten seiner Mannschaft einräumen musste: «Österreich war das bessere Team.» Nach den unglücklichen Niederlagen gegen Finnland, Russland und die Slowakei nahmen die deutschen Cracks den Zittersieg gerne mit. «Das ist vielleicht ausgleichende Gerechtigkeit», sagte Michael Wolf.

Nach seinen beiden entscheidenden Toren (38./60. Minute) wurde Kink zum Spieler des Spiels gewählt, der Profi der Adler Mannheim rechnet sich und der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nun sogar Chancen auf das Viertelfinale aus. Dafür darf sich so eine Leistung in den Partien gegen Lettland, die USA und Frankreich aber nicht wiederholen - außerdem muss wohl ein Sieg über die USA her.

«Wir sind nicht konzentriert genug in das Spiel gegangen», bemängelte Trainer Cortina. Letztlich konnten sich Ehrhoff und Co. auch bei den Österreichern für deren schwache Chancenverwertung bedanken - oder andersrum der eigenen Stärke in Unterzahl. «Unser Penalty-Killing war heute sehr gut», sagte Cortina, der viele Patzer gesehen hatte: Puck-Verluste vorne wie hinten, Unordnung in der Abwehr und fehlende Ideen im Angriff prägten lange das Geschehen.

Michael Raffl schon nach 38 Sekunden und wenige Augenblicke vor dem ersten Drittelende hatte die ersten Großchancen für Österreich, scheiterte aber beide Male an Zepp. Der Goalie hatte trotz seiner zwei Patzer im Match gegen die Slowaken (2:3) erneut den Vorzug vor Dennis Endras erhalten - und wurde nach einigen kleinen Schwächen zu Beginn der Partie immer besser und ein unüberwindbares Hindernis. Erstmals überhaupt blieb Zepp in einem Länderspiel ohne Gegentor.

 Das Niveau der Partie blieb schwach, die Österreicher ließen gute Chancen liegen. Zunächst schob Manuel Latusa den Puck am leeren Tor vorbei (25.), eine Minute später scheiterte Thomas Hundertpfund im Powerplay an Zepp. Auf der Gegenseite verpasste André Rankel in Überzahl (32.) die Führung, Michael Wolf brachte einen abgefälschten Schuss nicht an Austria-Torhüter Bernhard Starkbaum vorbei (37.).

Weil das Zusammenspiel nicht klappte, musste eine Einzelaktion den Erfolg bringen. Mannheim-Stürmer Kink schnappte sich auf der Höhe der Mittellinie den Puck, schlängelte sich an drei Österreichern vorbei und überwand den gegnerischen Goalie. «Das war sicher eines des schönsten Tore des Turniers», fand NHL-Profi Ehrhoff, der das Duell mit seinem Buffalo-Clubkollegen Thomas Vanek für sich entschied.

Patrick Hager hätte ebenfalls per Solo das 2:0 machen können, scheiterte aber an der Latte (39.). Das Finish wurde dann zur befürchteten Zitterpartie, doch irgendwie retteten die Deutschen das Ergebnis über die Zeit. Acht Sekunden vor Schluss machte Kink mit einem sogenannten technischen Tor - er war gefoult worden, als er allein auf das leere Tor zulief - alles klar.

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