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Ruhpolding ist bei Athleten und Besuchern beliebt – Gastfreundschaft ist dem OK-Chef wichtig

»Das Wimbledon des Biathlon-Sports«

Die Besucher des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding sollen sich wohlfühlen – deshalb ist die Gästebetreuung auch für Bürgermeister Claus Pichler eine wichtige Aufgabe. »Das ist ein Teil unserer Gastfreundschaft, die wir intensiv pflegen«, sagt er. Dabei ist aber nicht nur der Bürgermeister und Chef des Organisationskomitees (OK) gefragt, insgesamt kümmern sich 20 bis 30 Helfer – darunter sind auch einige Gemeinderäte – ehrenamtlich um die Ehrengäste im VIP-Zelt, das in der Chiemgau-Arena zum Weltcup aufgebaut wird.

Für OK-Chef Claus Pichler (links) gehört nicht nur die Betreuung von Ehrengästen wie IBU-Vizepräsident Max Cobb zur Ruhpoldinger Gastfreundschaft, ihm ist auch der Kontakt zu den Biathlon-Fans und den Fanclubs wichtig. (Foto: J. Müller)

»Wir spüren, dass wir auch etwas zurückbekommen. Unsere Anstrengung ist nicht umsonst«, sagt Claus Pichler. Schließlich gehe es auch darum, den Ehrengästen – insbesondere aus der Politik – »ein Gespür dafür zu geben, was der Biathlon bedeutet und wo wir Verbesserungen brauchen«.

Zwar seien die Besuche von Politikern aufgrund vieler Termine weniger geworden, »grundsätzlich ist das Interesse aber ungebrochen«, meint der OK-Chef. Das gelte auch für die Sponsoren und Förderer des Sports wie Bundeswehr, Bundespolizei oder Zoll. »Sie sehen den Besuch nicht als Pflicht, sondern interessieren sich für den Biathlon«, weiß Claus Pichler. »Bei uns ist man einfach ganz nah am Geschehen.«

Nah dran sollen auch die Ehrengäste im VIP-Zelt sein. Wobei sich der Bürgermeister gerne daran erinnert, wie der sportbegeisterte Fürst von Monaco bei der Weltmeisterschaft in Ruhpolding die Wettkämpfe lieber an der Strecke verfolgte als im Zelt. Dort sorgen die Helfer dafür, dass die Gäste nicht nur ihre Plätze finden, sondern vermitteln auch Gesprächspartner, beantworten Fragen, erklären Abläufe oder informieren über Hintergründe. »Die Gäste wollen dabei gar nicht, dass sich die ganze Zeit jemand um sie kümmert«, betont Claus Pichler, der auch die Arbeit der Feuerwehr und der Ordner als »Gästebetreuung« sieht. »Neben viel Professionalität brauchen wir auch das Herz«, sagt der OK-Chef. »Diese natürliche Gastfreundschaft zieht sich wie ein roter Faden durch den Weltcup.«

Für den Bürgermeister ist dabei klar, dass auch diese Gastfreundschaft Ruhpolding so beliebt macht. »Die Leute kommen gerne zu uns«, hat er beobachtet. »Wir haben so eine lange Tradition, haben immer dazugehört. Ruhpolding ist schon das Wimbledon des Biathlon-Sports.«

Einige der Gäste kommen ebenfalls schon seit vielen Jahren – während manche Freiwillige diese Ehrengäste schon gut kennen und passend eingeteilt werden, kommen auch immer wieder neue Helfer dazu. »In die Aufgaben kann man hineinwachsen«, meint Claus Pichler. »Die Helfer stützen sich gegenseitig und lernen voneinander.«

Für den Bürgermeister sind aber nicht nur die Ehrengäste im VIP-Zelt wichtig: »Sie sind schließlich nur ein kleiner Teil. Und uns sind alle Gäste gleich lieb«, sagt Claus Pichler. Deshalb begrüße er die Fans an der Strecke ebenso wie Fanclubs – die den Bürgermeister auch mal von der Tribüne aus feiern – und zählt auch die Schulklassen, die als Erinnerung an die Anfänge des Biathlons in Ruhpolding vor 40 Jahren eingeladen wurden, zu den Ehrengästen. jom