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»Das ist wirklich in jeder Hinsicht hervorragend gelaufen«

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Das Kloster Seeon in der Chiemgauer Winterlandschaft Foto: dpa

Seeon-Seebruck – Mit den traumhaften Winterbildern von Kloster Seeon hat es schließlich doch noch geklappt. Tief verschneit und bei Sonnenschein präsentierte sich das ehemalige Benediktinerkloster gestern werbewirksam und kameratauglich für die rund 150 Journalisten und natürlich für den Geschäftsleiter des Tagungshotels Kloster Seeon, Gerald Schölzl. »Dass es doch noch geschneit hat, war wirklich mein persönlicher Höhepunkt«, sagte Schölzl gegenüber unserer Zeitung. Alles habe wie am Schnürchen funktioniert, »die Premiere ist geglückt«. Das findet auch Peter Ramsauer. »Das ist wirklich in jeder Hinsicht hervorragend gelaufen«, betonte der heimische Wahlkreisabgeordnete.


Gerda Hasselfeldt: Endlich heiß duschen ohne Wartezeit

Nach 40 Jahren hatte die Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag erstmals nicht in Wildbad Kreuth stattgefunden, sondern in der Gemeinde Seeon-Seebruck – ganz zur Zufriedenheit der CSU-Klausurteilnehmer. Die Organisation, der reibungslose Ablauf und nicht zuletzt der ungewohnte Komfort hätten überzeugt, so Schölzl. »Es wäre die beste Klausur jemals gewesen, hat Herr Seehofer verlauten lassen«, sagt der Geschäftsleiter selbstbewusst.

Auch Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hat es bereits kundgetan: Endlich könne man morgens ohne Wartezeit heiß duschen. Den Jugendherbergs-charme von Kreuth scheint in der Landesgruppe niemand zu vermissen – traditionsreicher Tagungsort hin oder her. Eine offizielle Zusage, ob die Landesgruppe auch im Januar 2018 wieder in den Chiemgau zur Klausur kommt, gibt es zwar noch nicht. »Die Zeichen und Signale stehen aber sehr gut, wir haben nur Lob bekommen«, so Schölzl. Selbst ein beim Schneeräumen im Innenhof durchtrenntes Kabel des ZDF habe der guten Stimmung auch unter den Journalisten keinen Abbruch getan. Ende Januar gebe es noch eine offizielle Nachbesprechung mit der Polizei und der Landesgruppe, dann wisse man mehr. Vorausschauend habe man aber bereits für Januar 2018 und 2019 das Tagungshotel im Januar geblockt. Den Geist von Seeon hat Schölzl jedenfalls schon spüren können, schließlich lasse sich nirgends besser in Klausur gehen als in einem ehemaligen Kloster.

Einen positiven Eindruck hat auch Seeon-Seebrucks Bürgermeister Bernd Ruth von der CSU-Klausurtagung gewonnen. Trotz der angespannten Sicherheitslage habe es keinerlei Problematik in Fragen der Sicherheit gegeben, die Zusammenarbeit mit der Polizei habe hervorragend geklappt. Gemeinsam mit Landrat Siegfried Walch hatte Ruth zudem die Gelegenheit, am ersten Tag der Klausurtagung beizuwohnen – ein durchaus beeindruckendes Erlebnis. In einem persönlichen Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer habe man zwar auch über die »begnadete, traumhaft schöne Region, in der wir hier leben« gesprochen, konnte sich aber auch ernsteren Themen widmen.

Genau habe Seehofer sich bei Ruth erkundigt, wie es in punkto Sicherheitsgefühl und Asylproblematik – die Kernthemen der diesjährigen Klausur – an der Basis aussehe. Und so will auch Ruth den neuen Geist von Seeon bereits gespürt haben, der ihn auf weitere Klausurtagungen im Kloster Seeon hoffen lässt: ein gestärktes Selbstbewusstsein und eine neue Aufbruchsstimmung in der CSU.

»Das ist wirklich in jeder Hinsicht hervorragend gelaufen«, betonte der heimische Wahlkreisabgeordnete Dr. Peter Ramsauer. Alle seien mehr als zufrieden gewesen mit der Klausur in Seeon. »Ich musste gar nicht fragen: Viele, auch Gerda Hasselfeldt, kamen am Ende zu mir und sagten: 'Mensch Peter, toll, da kommen wir wieder!'«

Er habe ja viele Vergleichsmöglichkeiten, »aber das war wirklich bis ins letzte Detail alles tipptopp, angefangen von der Organisation, den Abläufen bis hin zum Menschlichen«, betonte Peter Ramsauer im Gespräch mit unserer Zeitung. Alle seien extrem freundlich und zuvorkommend gewesen. »Ich kann dem Kloster nur das größte Kompliment aussprechen. Das war eins mit Stern.«

Der 62-Jährige geht fest davon aus, dass die Winterklausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag auch im nächsten Jahr in Seeon stattfinden wird. »Das war einfach eine ganz andere Klasse als in Kreuth. In Seeon ist nach 40 Jahren eine neue Zeitenwende angebrochen.«

»Wir konnten inhaltlich massiv Akzente setzen«

Politisch gesehen empfand Peter Ramsauer die Klausur »sehr ergiebig« (siehe Kasten). »Wir, die CSU, konnten inhaltlich wieder massiv Akzente in vielfacher Hinsicht setzen«, betonte Ramsauer, der nach dem Ende der dreitägigen Klausur am Freitagmittag noch eine Runde Langlaufen gehen wollte in Traunwalchen. »Jetzt schnalle ich mir die Skier an und bin hoffentlich unterwegs, bis es dunkel wird.« Er hat die Tage im Kloster Seeon übernachtet, »um bei der Truppe zu sein«. Ein großes Lob sprach Peter Ramsauer neben dem Kloster auch den Sicherheitskräften und der Polizei aus. »Die haben das hervorragend gemacht.«

Erster Hauptkommissar Martin Hammerl von der Polizeiinspektion Trostberg zeigte sich am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung erleichtert. »Es ist wirklich alles sehr gut gelaufen. Wir können eine durchwegs positive Bilanz ziehen.« Man habe es geschafft, die Beeinträchtigung für die Bevölkerung auf das kleinstmögliche Maß zu reduzieren. »Das wurde gut aufgenommen. Die Seeoner Bürger zeigten für unsere notwendigen Maßnahmen großes Verständnis«, sagte der 57-Jährige, der den Einsatz in Seeon leitete.

Auch die Demonstrationen – es gab drei Versammlungen am Rande der Klausur – seien ruhig verlaufen. »Wir konnten keine wesentlichen Sicherheitsstörungen feststellen«, betonte der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Trostberg. »Das im Vorfeld mit allen Stellen abgestimmte Sicherheitskonzept hat sich während der drei Veranstaltungstage bewährt.« Trotzdem sei die dreitägige Klausur für die Einsatzkräfte eine Herausforderung gewesen. »Die extremen winterlichen Witterungsverhältnisse mit zum Teil starkem Schneefall, Windböen und Temperaturen bis zu minus 20 Grad stellten für die eingesetzten Kollegen eine besondere Herausforderung dar«, betonte Hammerl.

Im Einsatz waren neben den Beamten der Polizeiinspektion Trostberg auch Kollegen umliegender Polizeidienststellen, der Operativen Ergänzungsdienste (OED) Traunstein, der Wasserschutzpolizei (für den Fall, dass jemand ins Eis eingebrochen wäre), der Kriminalpolizei Traunstein, die Reiterstaffel Rosenheim sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei. vew/KR