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Das Forellenquintett als musikalische Fisch-Vorspeise

Es war eine gewagte Premiere für ein Abschlusskonzert: Erstmalig wurde beim Chiemgauer Musikfrühling in der Traunsteiner Klosterkirche nicht nur hochklassige Musik, sondern dazu auch ein Gourmet-Menü serviert.

Ein Genuss-Abend für Ohren und Gaumen war die Abschlussgala des Chiemgauer Musikfrühlings in der Traunsteiner Klosterkirche.

Das Forellenquintett als »Fischgericht« zur Vorspeise wurde gefolgt von einem großartig vorgetragenen Klavierquintett von Dvorák als Hauptspeise. Und als Meistergeiger Erik Schumann mit verführerischem Spiel zum Walzer aufforderte, bekam die Abschlussgala fast Wiener-Opernball-Flair.

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Überhaupt hatte ein phänomenales Angebot an Weltklasse-Geigern vor allem die letzten Konzerte des zehnten Chiemgauer Musikfrühlings geprägt. Begonnen hatte es mit dem Geiger Benjamin Schmid und seinem Jazz-Trio, die das Publikum mit ihren furiosen Jazz-Darbietungen begeisterten. Für den klassischeren Teil kamen nicht weniger als fünf Meister ihres Fachs nach Traunstein: gefeierte Solisten wie Alina Pogostkina und Erik Schumann, Alexander Sitkovetksy und Andrej Bielow und »last but not least« der 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Daishin Kashimoto.

Wo die Berliner sind, dürfen die Wiener Philharmoniker nicht fehlen und so war deren Cellist Bernhard Naoki Hedenborg wie bei allen vorangegangenen zehn Ausgaben des Chiemgauer Musikfrühlings wieder mit dabei. Zu einem wichtigen Bestandteil des Chiemgauer Musikfrühlings sind inzwischen die Kinderkonzerte in der Traunsteiner Klosterkirche und seit kurzem auch – nicht weniger erfolgreich – im k1 in Traunreut geworden. Insgesamt fast 800 Kinder hörten diesmal Musik zum Thema Goldfinger respektive Vivaldi. Starmusiker wie Pianist Konstantin Lifschitz und Reto Bieri (Klarinette) sowie Monika Leskovar (Cello) und weitere erstklassige Musiker wie Tamar Inbar, (Oboe), Janne Thomsen (Flöte) und viele andere zeigten den begeisterten Kindern engagiert ihr Können und führten sie so wieder in die Faszination der Musik ein.

Am Ende des Abschlusskonzerts gaben Kontrabassist Nabil Shehata und Daishin Kashimoto den Takt an zu den Variationen von »Happy Birthday«. Und hier wurde wieder deutlich, was die Stärke des Chiemgauer Musikfrühlings ist: die Freude am gemeinsamen Musizieren auf höchstem musikalischen Niveau.

Die Musiker bedankten sich bei der Künstlerischen Leiterin Diana Ketler und dem Intendanten Razvan Popovici und bei dem treuen Publikum. Umgekehrt bedankte sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke stellvertretend für das Publikum bei den Musikern und insbesondere bei Diana Ketler und Razvan Popovici, die den »Chiemgauer Musikfrühling« bereits seit zehn Jahren in Traunstein und im Chiemgau organisieren, nicht ohne die beiden aufzufordern, noch mindestens zehn weitere Jahre hinzu zu fügen. Diese Aufforderung wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus bekräftigt. E.B.