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Das Berufsbild des Bergführers in der Diskussion

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Die Gemeinde Ramsau ist auch 100 Jahre nach dem Tod Johann Grills noch stolz auf den »Kederbacher«. Sein Denkmal steht seit 1881 vor dem Rathaus. (Fotos: privat)
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Der »Kederbacher« Johann Grill aus der Ramsau war der erste deutsche Bergführer.

Ramsau – Der »Kederbacher« gibt der Gemeinde Ramsau Anlass, über das Berufsbild des Bergführers in der Erlebnisgesellschaft zu diskutieren. Genau zum 100. Todestag des berühmten Ramsauer Bergführers Johann Grill befasst man sich am kommenden Samstag, 14. Januar, in einer Spezialausgabe des »Alpinen Philosophicums Ramsau« mit Geschichte und Verantwortung, die der Bergführerberuf mit sich bringt. Von 10 bis 19 Uhr gibt es im Rathaus öffentliche Vorträge, Diskussionsrunden und auch eine Filmvorführung. Interessenten können sich bis Freitag bei der Tourist-Info Ramsau unter info@ramsau.de anmelden.


Johann Grill, nach dem gleichnamigen Lehen der »Kederbacher« genannt, gilt als berühmtester Sohn der Gemeinde Ramsau. Schließlich war er der erste offizielle deutsche Bergführer und er durchstieg im Jahr 1881 zusammen mit dem Wiener Otto Schück als Erster die Watzmann-Ostwand. Die Linie durch die Wand wird heute zu seinen Ehren »Kederbacher-Weg« genannt.

Johann Grill war als Bergsteiger und Bergführer aber auch außerhalb seiner Berchtesgadener Heimat aktiv. So führte er seine Gäste unter anderem in den Westalpen zu Gipfelerfolgen. So gelang ihm beispielsweise mit John Percy Farrar die zweite Durchsteigung der Weißhorn-Westwand in den Walliser Alpen. Kederbacher war mit Josef Pöschl auch Erstbesteiger des Großen Ödsteins im Gesäuse. Über 50-mal stand der Ramsauer auf einem Viertausender. Ab 1888 war Grill der erste Hüttenwirt des Watzmannhauses, das er 17 Jahre lang führte. In der Gemeinde Ramsau ist man auch 100 Jahre nach seinem Tod noch stolz auf den »Kederbacher«. So enthüllte man vor dem Rathaus zum 100. Jahrestag der Erstdurchsteigung der Watzmann-Ostwand im Jahr 1981 das Kederbacher-Denkmal. Sein Grab, das man am Samstag während der Mittagspause besuchen will, befindet sich auf dem Ramsauer Friedhof.

Weil Johann Grill ein Pionier des Bergführerberufs war, soll der Gedenktag zum Anlass genommen werden, die beruflichen Realitäten und Anforderungen an die Bergführer im Kontext zeitgenössisch-erlebnisgesellschaftlicher Erwartungshaltungen an Abenteuer- und Ambienteservice gemeinsam zu diskutieren. Ziel soll es sein, einen Raum des gemeinsamen Nach- und Vordenkens zu schaffen, der Impulse für die Entwicklung des Berufsverständnisses gibt.

Der Zeitplan am Samstag

10 Uhr: Eintreffen und Kaffee.

10.30 Uhr: Begrüßung durch Bürgermeister Herbert Gschoßmann, Michael Schott, 2. Vorsitzender des Verbandes Deutscher Berg- und Skiführer VDBS, und Beppo Maltan, 1. Vorsitzender der DAV-Sektion Berchtesgaden.

11 Uhr: Referat von Jens Badura, Leiter des BergKulturBüros, zum Thema »Alpinismus und Erlebnisgesellschaft«; Referat von Tourismusdirektor Fritz Rasp und Bergführer Walter Pretzl zum Thema »Der Kederbacher oder die Geschichte des Bergführerberufs«.

14.30 Uhr: Referat von Bergführer Sepp Thomae zum Thema »Bergführen heute – Überlegungen zu den Herausforderungen des Berufs in der Gegenwart«; Referat von Bergführer Toni Grassl zum Thema »Bergführer als Unternehmer«.

15.45 Uhr: Podiumsdiskussion mit Michael Schott, Bürgermeister Franz Rasp, Toni Graßl sowie Uli Stöckl und Paul Lenk vom Bergführerverein; Moderation: Jens Badura.

17.30 Uhr: Filmprojektion »Der Berg ruft« (1938; Regie: Luis Trenker). Ulli Kastner