Country-Rock vom Feinsten

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Großartige Musiker im Gasthof zur Post: Chris Palmer (von links), Bass/Gesang, Albert Lee, Gitarre/Gesang, und Doña Oxford, Keyboard/Gesang. (Foto: Hofmann)

»Albert Lee & The Hogan’s Heroes« haben im Gasthof zur Post in Obing Country-Rock und Western-Swing vom Feinsten geboten. Der Saal im 1. Stock war restlos ausverkauft.


Seine »graue Eminenz«, der musikalische Weltstar Albert Lee zeigte von Anbeginn, was er musikalisch drauf hat. Seine sanfte, jedoch klare, melodiöse Stimme untermalte seine E-Gitarre, die Lees flinke Finger bearbeiteten. Doch auch am Piano machte er eine »gute Figur«. Jedoch stach vor allem seine Begleiterin, Doña Oxford (Keyboard/Gesang) hervor. Die, wenn sie musikalisch und stimmlich richtig aufdrehte, den Saal zum Kochen brachte. Zurecht wird sie als »Queen of Boogie Woogie« bezeichnet, doch mit dieser Stimme könnte sie auch andere Musikstile perfekt bedienen.

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Ein weiteres Tasteninstrument spielte Garry Hogan: eine Pedal Steel Guitar, die hawaiianisch-anmutende Klänge verbreitete und den typischen Country-Sound untermalte (zum Beispiel bei »No one can make my sunshine smile«). Chris Palmer (Bass/Gesang), unspektakulär, aber souverän, gab den Rhythmus vor – wenn er denn gehört wurde. Denn der fantastische Drummer Peter Baron werkte auf seinem imposanten Schlagzeug, dass die Fetzen flogen. Neben der perfekten, schnellen Arbeit am Schlagzeug gab er auch einige seiner Songs zum Besten (»You know you just might«).

Die fünf Musiker haben teils in Studios reichlich musikalische Erfahrung gesammelt, traten auf großen Bühnen gemeinsam mit Stars auf und sind richtig »gut drauf« – ohne Starallüren. Albert Lee (Zweifacher Grammy-Gewinner) musizierte bereits mit Eric Clapton, Emmylou Harris, Dolly Parton und vielen anderen Berühmtheiten.

Die Zuhörer und -seher hatten das Vergnügen, den teils balladenhaften (»Good riddance«/»Time of your life«), oft recht traurigen, teils schmalzigen Liebes(leid)liedern zu lauschen (»King of broken hearts«). »Königin« Doña Oxford kam am Keyboard beim Boogie Woogie so richtig in Fahrt und drehte sich während des Songs mehrmals um die eigene Achse – natürlich spielte sie mit einer Hand am Keyboard weiter. Mit dem Rhythmus und ihrer prägnanten Stimme brachte sie das Publikum zum Toben.

Rund zwei Dutzend Lieder spielten die Musiker an diesem Abend. Als Zugabe gab’s ein rhythmisches, schnelles, rockiges Stück, zum Abschluss dann noch Albert Lees beruhigendes »A better place«.

Ein kurzweiliger Abend war das mit dem Briten und seiner Band. Das »Bad in der Menge« scheuten die »Heroes« mit ihrem Altmeister Lee am Ende des Konzerts auch nicht. Mittendrin im Saal standen sie, gut gelaunt und entspannt und tauschten sich mit Besuchern aus. Herbert Zeilinger

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