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Corona trennt Pferd und Reiter

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Corona trennt Pferd und Reiter – Österreichische Pferdebesitzer mit Einreiseverbot im Talkessel | Marktschellenberg
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Andrea König vom Reiterhof in Scheffau mit ihrem Pferd Pepino. (Foto: Christian Wechslinger)

Marktschellenberg – Viele Menschen haben eine enge Beziehung zu ihren Tieren. Doch während Hund und Katze auch in schwierigen Zeiten bei ihren Herrchen oder Frauchen sein können, sieht die Situation bei Mensch und Pferd im Einzelfall ganz anders aus. Mehrere österreichische Pferdebesitzer nutzen Stallungen im Talkessel. Die Grenzschließungen machen einen Besuch fast unmöglich.


Derzeit ist für die Pferde nur ein Auslauf auf befestigten Paddocks möglich. Der Bewegungsdrang aus einer Stresssituation heraus kann allerdings zu schweren Verletzungen führen. Hinzu kommt ein psychisches Problem für Mensch und Pferd. Nicht umsonst gibt es für Menschen mit Behinderung eine Therapie mit dem Pferd.

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Für »Pferdemenschen« sind ihre Vierbeiner oftmals wie Familienmitglieder. Die Pferde reagieren unterschiedlich darauf, wenn ihre Bezugspersonen auf einmal nicht mehr kommen. »Wir putzen und versorgen die Pferde. Sie bekommen auch Streicheleinheiten, ihren Besitzer können wir aber nicht ersetzen. Auch für mich wäre es ein Drama, mein Pferd Pepino über Wochen hinweg nicht sehen zu können«, erklärte Andrea König vom Reiterhof in Scheffau.

Die betroffenen Pferdebesitzer aus dem Nachbarland haben sich zusammengeschlossen, um eine Lösung in Form von tageweisen Ausnahmebesuchen mit Passagierscheinen zu erwirken.

Die Ausnahmesituation ist ihnen bewusst, gleichwohl gibt es Ausnahmegenehmigungen für Berufspendler. Die Inhaber versuchen, die Hygieneregeln so gut wie möglich einzuhalten: Es dürfen nur zwei Personen mit ausreichend Abstand in den Stall und ein Protokoll zeigt, wer wann da war und wie lange.

Zwei österreichische Pferdebesitzer kamen letzte Woche über die Grenze zu ihren Pferden. Doch bei der Rückkehr in ihr Land wurden sie in Quarantäne geschickt.

Christian Wechslinger