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Container-Kummer im Bergsteigerdorf

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Bernd Kubicke sprach die Meinung der meisten Ramsauer aus: »Der Schandfleck an der Wimbachbrücke muss weg.«
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Birgit Gschoßmann stellte die neuesten Elektrofahrrad-Modelle vor. (Fotos: Voss)
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Diese Container-Ansammlung an der Wimbachbrücke bezeichnen die Ramsauer als »Schandfleck Nummer Eins«. (Foto: Wechslinger)

Ramsau – Der »Schandfleck Nummer eins«, sprich die Container neben der Wimbachbrücke, war eines der vielen Anliegen der Ramsauer auf der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Gasthaus »Oberwirt«. Zudem informierten Bürgermeister Herbert Gschoßmann, Tourismusvereinsvorsitzende Birgit Gschoßmann und Geschäftsführer der Tourist-Info, Fritz Rasp, über Neuigkeiten aus dem Bergsteigerdorf.


Der Begriff »Schandfleck Nummer eins« hat sich seit der Dugnacht im Mai 2014 eingebürgert, wie Herbert Gschoßmann informierte. Damals hatte jemand diesen Begriff auf einen blauen Container gesprüht, der neben der Wimbachbrücke steht. Dieser und weitere Container stehen auf dem Grundstück von Franz Kerschbaumer, direkt neben der B305. Der Anblick gefällt dem Großteil der Bürger nicht: »Das Thema beschäftigt die Gemeinde seit Jahren«, sagte der Bürgermeister.

Bernd Kubicke meldete sich in der Versammlung dazu zu Wort: »Es ist für mich eine absolute Frechheit und eine Zumutung. So etwas in einem Bergsteigerdorf, am Eingang der Gemeinde, an einem so markanten Punkt.« Der Besitzer sei seiner Meinung nach »nicht sonderlich einigungsfähig oder -willig«, fügte Kubicke hinzu. Seine Frage an die Gemeinde lautete: »Kann man denn da nichts dagegen machen?« Der Bürgermeister antwortete: »Jeder darf grundsätzlich sein Grundstück so gestalten, wie er es für richtig hält. Ob das andere auch so empfinden, ist die andere Frage.« In diesem Falle müsste man »nicht diskutieren«, sagte Gschoßmann und stimmte Kubicke zu, dass etwas getan werden müsse. »Wir sprechen regelmäßig mit Franz. Wir haben kein schlechtes Verhältnis zu ihm. Aber seine Ansichten decken sich nicht mit unseren«, informierte Gschoßmann die Ramsauer. »Nun haben wir das Landratsamt gebeten, die Sache bezüglich Bau- und Wasserrecht zu prüfen, und warten auf das Ergebnis«, so der Rathauschef. Alles in allem seien die Handlungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Was der Grundstückseigentümer zu dem Thema sagt, ist in nebenstehendem Kasten zu lesen.

Der Bürgermeister hat die Versammlung genutzt, um die Ramsauer über ein wichtiges Thema aufzuklären: die Feuerbeschau. Als Anlass nannte er den Brand in einem alten Bauernhaus in Schneizlreuth. Dabei starben sechs Menschen. Das Haus war von einer Eventagentur genutzt worden, dessen Chef sich nun verantworten muss. »Da die Nutzungsänderung ungenehmigt war, sind die Konsequenzen sehr gravierend für den Verantwortlichen«, mahnte Gschoßmann. Daher sei es wichtig, in Sachen Brandschutz immer auf dem neuesten Stand zu sein. Als Beispiel nannte er einen schlichten Dachgeschoß-Ausbau. »Wenn jemand auch nur sein Dachgeschoß ausgebaut hat, muss er prüfen, ob es sich um eine ungenehmigte Baumaßnahme handelt, und bei seiner Brandversicherung nachfragen. Denn der Brandschutz muss da sein.« Informationen zur Feuerbeschau gibt es auf der Internetseite www.ramsau.de und im neuen »Ramsauer Gemeindebladl«.

Weiters teilte der Rathauschef mit, dass die Zufahrt zum oberen Friedhof, »Hochgart«, ab 2. November gesperrt ist. »Die Straße ist in einem so schlechten Zustand, dass sie eigentlich sofort gesperrt werden müsste«, berichtete Gschoßmann, »aber jetzt müssen die Leute ihre Gräber herrichten, vor Allerheiligen.« Darum wartet die Gemeinde noch bis zum 2. November.

Damit die Ramsauer auch das Neueste aus dem Tourismus erfahren, ergriff Fritz Rasp das Wort. Der Geschäftsführer der Tourist-Info sprach das Thema »Bergsteigerdorf« an: »Wir haben ein immenses Medieninteresse erfahren«, so Rasp. »Damit können wir uns auch im Markenprozess ganz klar positionieren.« Was auch ein Kriterium für das Bergsteigerdorf war, ist Elektromobilität, fuhr der Geschäftsführer fort. Dazu stellte Birgit Gschoßmann die neuesten Movelo-Elektroräder vor. »Die Gastgeber in Ramsau können sich die Räder für ihre Gäste ausleihen und nun direkt bei sich lagern«, erklärte Gschoßmann. Zuvor gab es nur zentrale Stellen für den Movelo-Verleih. »Natürlich können Einheimische die Räder auch nutzen«, fügte Gschoßmann hinzu. Annabelle Voss