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Chronologie: Karstadt seit Jahren in der Krise

Berlin (dpa) - Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Den Wendepunkt brachte im Juni 2010 das Einspringen des Investors Nicolas Berggruen. Jetzt steht ein Stellenabbau an.

1. September 2009: Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

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1. Dezember: Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010: Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

23. April: Der Finanzinvestor Triton bietet für Karstadt.

21. Mai: Auch die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holdings will Karstadt übernehmen.

28. Mai: Unmittelbar vor einer Sitzung des Gläubigerausschusses wird das Angebot des Karstadt-Vermieters Highstreet bekannt.

31. Mai: Das Gericht verschiebt den Termin zur Annahme des Insolvenzplans auf den 10. Juni. Er wird noch mehrmals verschoben.

1. Juni: Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

3. Juni: Der Handelskonzern Metro bekräftigt sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette.

7. Juni: Berggruen erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag. Einen Tag später unterschreibt er den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert von Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni: Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August: Berggruen hat sich mit der Essener Valovis-Bank geeinigt. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September: Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September: Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40 000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

23. November: Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef bestellt und startet Anfang Januar 2011.

6. Juli 2011: Jennings legt das Konzept «Karstadt 2015» vor: Modernisierung der Warenhäuser, stärkeres Online-Geschäft und Expansion der Sporthäuser sind der Kern.

16. Juli 2012: Karstadt will bis Ende 2014 rund 2000 der 25 000 Stellen streichen.