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Chronologie: Der Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi

Berlin (dpa) - Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi wurden der amerikanische Botschafter und drei weitere Diplomaten getötet. So spielte sich die Attacke nach Angaben von Beamten des amerikanischen Außenministeriums ab:

US-Botschaft in Bengasi
Ein zerstörtes Gebäude auf dem Gelände des attackierten US-Konsulats in Bengasi, Libyen. Foto: STR Foto: dpa

Dienstag, 22.00 Uhr deutscher Zeit: Militante Libyer schießen auf den Gebäudekomplex des US-Konsulats in Bengasi. Sie setzen bei ihrer Attacke auch Brandbomben und Panzerfäuste ein.

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22.15 Uhr: Die Angreifer gelangen auf das Gelände und beschießen das Hauptgebäude, in dem sich Botschafter Chris Stevens, ein Mitarbeiter und ein Sicherheitsbeamter aufhalten. Libysche Sicherheitskräfte und Wachmänner der Botschaft erwidern das Feuer. Das Gebäude beginnt zu brennen. Die drei Amerikaner versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, verlieren sich aber im dichten Rauch. Der Sicherheitsbeamte gelangt nach draußen. Als er mit Verstärkung ins Gebäude zurückkehrt, finden sie einen Toten. Wegen der Flammen, schweren Rauchs und andauerndem Beschuss müssen sich die Helfer jedoch zurückziehen, ohne den Botschafter gefunden zu haben.

22.45 Uhr: US-Wachmänner versuchen, das Hauptgebäude zurückzuerobern, geraten aber unter schweren Beschuss und müssen sich zurückziehen.

23.20 Uhr: Amerikanische und libysche Sicherheitskräfte greifen erneut an und bringen das Gebäude unter ihre Kontrolle. Weil die Angreifer weiterhin mit Kleinwaffen schießen, bringen die Amerikaner den Rest ihrer Mitarbeiter in einem weiteren Konsulatsgebäude in der Nähe in Sicherheit.

Mittwoch, 00.00 Uhr: Die Angreifer nehmen auch dieses Gebäude unter Feuer. Der Beschuss dauert rund zwei Stunden. Zwei weitere amerikanische Botschaftsangehörige werden dabei getötet.

2.30 Uhr: Mit der Unterstützung libyscher Sicherheitskräfte gelingt es den Amerikanern, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

In der Nacht: Die Vereinigten Staaten schicken ein Charter-Flugzeug von Tripolis nach Bengasi, das in mehreren Flügen alle Mitarbeiter des dortigen Konsulats in die libysche Hauptstadt bringt. Ein Großteil der amerikanischen Diplomaten in Libyen wird später nach Deutschland ausgeflogen.

Im Morgengrauen: Die Leiche von Botschafter Stevens wird am Flughafen von Bengasi den Amerikanern übergeben. Er war in ein Krankenhaus gebracht worden. Wann er gefunden und von wem er aus dem Hauptgebäude geholt wurde, ist unklar - auch über seinen Zustand zu dieser Zeit ist nichts bekannt.