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Christian Thielemann in seinem Element

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Orchesterdirektor Jan Nast (von links), Bettina von Maltzahn, Intendant Prof. Dr. Peter Ruzicka, Christian Thielemann, Sarah Wedl-Wilson und Orchestervorstand Lars Zobel präsentierten das Programm für 2019. (Foto: Aumiller)

»Wir bringen ein leicht verdauliches Stück«, scherzte Christian Thielemann bei der Ankündigung der Opernproduktion für die Salzburger Osterfestspiele 2019. »Wir sind Meistersinger-Freunde. Alles, was im Tristan drin ist, findet sich auch in den Meistersingern, aber auf eine feinere Weise«, machte der Wagner-Spezialist kein Hehl aus seiner Freude, die »Meistersinger von Nürnberg« in einer erstklassigen Besetzung – »der besten derzeit möglichen« – in Salzburg aufzuführen.


1975 waren die »Meistersinger« zuletzt an Ostern von Herbert von Karajan zu erleben gewesen. 2019 wird Jens-Daniel Herzog die Regie übernehmen, der laut Thielemann »kein Bilderstürmer« ist. Vielmehr sei die Absicht des Produktionsteams, die Geschichte zu erzählen, mit Leichtigkeit und Poesie und auf jeden Fall Nürnberg als Handlungsschauplatz zu gewährleisten.

Der Bassist Georg Zeppenfeld wird sein Rollendebüt als Hans Sachs geben, Vitalij Kowaljow, der Wotan des Vorjahres, singt den Veit Pogner, für den Beckmesser wurde Adrian Eröd gewonnen und Walther von Stolzing wird dem Tenor Klaus Florian Vogt anvertraut. Eva ist mit Genia Kühmeier besetzt und Magdalena mit Christa Mayer. Die Neuinszenierung ist eine Koproduktion mit der Semperoper Dresden, Tokyo Bunka Kaikan und New National Theatre Tokyo.

Der Herbert-von-Karajan-Preisträger 2019 wird Mariss Jansons. Als Gastdirigent der Osterfestspiele wird er die »Militärsinfonie« von Joseph Haydn und Gustav Mahlers Vierte leiten, bei der Regula Mühlemann den Sopranpart übernimmt. Jansons fühle sich Herbert von Karajan freundschaftlich sehr verbunden, war einst von ihm nach Wien eingeladen worden und habe von ihm viele künstlerische Ratschläge bekommen, merkte Intendant Peter Ruzicka an.

Zwei Uraufführungen wird es zudem geben: »Der Zorn Gottes« von Sofia Gubaidulina als Auftragswerk der Osterfestspiele und die Kammeroper »Thérèse« von Philipp Maintz, Auftragswerk der Osterfestspiele und der Staatsoper Hamburg, mit der es auch koproduziert wird. Der Geiger Frank Peter Zimmermann ist »Artist in Residence«. Im Orchesterkonzert der Sächsischen Staatskapelle unter der Leitung von Christian Thielemann spielt er das Mendelssohn-Violinkonzert und im Konzert für Salzburg zusammen mit seinem Sohn Serge Zimmermann das Konzert für zwei Violinen von Johann Sebastian Bach. Außerdem steht – zusammen mit dem Bratscher Antoine Tamestit – die Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester KV 364 von Mozart auf dem Programm.

Als Chorkonzert erklingt Antonín Dvoráks »Stabat Mater op. 58« mit den Solisten Venera Gemadieva, Elisabeth Kulman, Pavol Breslik und René Pape sowie dem Chor des Bayerischen Rundfunks. Christoph Eschenbach steht am Pult. Im Kammerkonzert kommen Werke von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven und Arnold Schönberg zu Gehör und Tobias Moretti gibt als Sprecher Schönbergs »Ode to Napoleon Buonaparte op. 41« Profil.

Die »Kapelle für Kids« spielt »Playground for Angels« in der Großen Universitätsaula. Sonderveranstaltungen sind ein Einführungsvortrag und eine Discografische Nachlese zu den »Meistersingern«. Außerdem geht das Projekt »Ohne Frack auf Tour« in eine neue Runde, das im Vorjahr großen Anklang fand und den Dialog mit der Bevölkerung intensivierte. Die konzentrierte Situation in Salzburg sei für das Dresdner Orchester einzigartig, so Orchestervorstand Lars Zobel.

Weitere Informationen und Karten gibt es im Internet unter www.osterfestspiele-salzburg.at, per E-Mail unter karten@ofs-sbg.at oder telefonisch unter 0043/662/8045-361. Elisabeth Aumiller