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Chancenlos beim Nachbarn

Das große Plus der jungen Bischofswieser Mannschaft war deren große Moral. In keiner Phase der teilweise einseitigen Begegnung ließen bei den Spielern des FC Bischofswiesen der Kampfgeist und die gute Einstellung zum Spiel nach.

Freilassing begann bei drückend schwülem Wetter mit großem Drang nach vorne und kam gleich in der ersten Minute zu einer ersten Möglichkeit. Doch bereits im Gegenzug wäre fast eine Überraschung gelungen, als Bischofswiesens Stürmer Nico Böttger in der Rückwärtsbewegung zum Kopfball kam und Freilassings Schlussmann Stefan Schönberger zu einer Glanztat zwang.

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Danach verteilten sich die Aktionen mit Vorteilen für die Platzherren, denen jedoch zunächst der Abschluss fehlte. Doch schon früh in der 13. Minute klingelte es erstmals in Stefan Schnitzlbaumers Tor. Abwehrchef Christian Jung brachte den ESV Freilassing in Führung. Im direkten Gegenzug stoppten die Freilassinger gerade noch den einschussbereiten Nico Böttger. Die Bischofswieser Abwehr zeigte sich in der Folge nicht geordnet und Routinier Erwin Haas nützte dies zum 2:0. Doch auch vom zweiten Treffer blieben die Gäste unbeeindruckt und spielten munter weiter mit. Nico Böttger hatte sogar den Anschlusstreffer am Fuß, zögerte jedoch viel zu lange und traf so nur an den Pfosten. Auch Sebastian Koller hatte im Nachschuss kein Glück. Jetzt wogte die Begegnung hin und her, Schnitzlbaumer klärte gegen Albert Deiter. In der nächsten Szene überwog die Cleverness des Alters gegen die Bischofswieser Jugend, als Deiter den ESV Freilassing mit 3:0 in Front schoss (25.). Deiter und Haas kamen vom FC Hammerau und sind zwei große Stützen der ebenfalls recht jungen Freilassinger Mannschaft. Allerdings schied Deiter bereits nach gut einer halben Stunde nach einer Verletzung aus.

Als die Bischofswieser Abwehr einmal mehr schlecht stand, nützte dies nach einer halben Stunde Haas zum 4:0. Jetzt schien sich ein fußballerisches Fiasko anzubahnen. Fast sah es so aus, als ob die Bischofswieser sich in ihr Schicksal einer klaren Niederlage ergeben würden. Doch nach einem kurzen Durchhänger stimmte die Körpersprache der Spieler wieder und der inzwischen hoffnungslose Kampf ging weiter.

Leider verletzte sich in dieser Phase Mittelfeldspieler Michael Geisler schwer am Knöchel, dass er zur Untersuchung ins Krankenhaus musste. Bis zur Pause ereignete sich nichts Nennenswertes mehr.

Nach einem 0:4-Rückstand hat ein spielerisch etwas unterlegenes Team natürlich keine Chance mehr, das Spiel zu drehen. Dennoch erkannte man schnell die Entschlossenheit, mit der die Bischofswieser in den zweiten Durchgang starteten. Keinesfalls wollten sie sich in der Grenzstadt »abschlachten« lassen. So kamen die Gäste auch zu ersten Möglichkeiten. So, als Peter Freimanner in der 51. Minute den Freilassinger Schlussmann aus 40 Metern zu einer Faustabwehr über die Latte zwang. In dieser und ein paar späteren Spielsequenzen war nicht erkennbar, wer da klar in Führung gelegen ist.

Und so kam der FC Bischofswiesen in der 58. Minute zum Ehrentreffer. Tobias Kern, der sich öfter ins Sturmspiel einschaltete, bediente Mittelstürmer Sebastian Koller, der keine Mühe hatte, Torhüter Schönberger zu bezwingen. Gleich darauf kamen die aufopferungsvoll kämpfenden Bischofswieser zur nächsten Chance. Freimanner zog über die linke Seite davon, doch sein Drang zum Tor war schwach. So kamen die Freilassinger wenig später durch den eingewechselten Andreas Brandl recht billig zum fünften Treffer.

In der Schlussphase der Begegnung zollten beide Teams den hohen Temperaturen im Glutofen des Eisenbahner-Stadions Tribut und so blieb es beim 5:1 für den ESV Freilassing.

Die Freilassinger konnten sich glücklich schätzen, Mitte der ersten Halbzeit nicht ihren Torhüter verloren zu haben, der außerhalb des Strafraums als letzter Mann ein schweres Foul beging und dafür die rote Karte verdient gehabt hätte. Die junge Bischofswieser Mannschaft zeigte trotz der eindeutig zu hohen Niederlage teilweise guten Fußball. Wenn es gelingt, über 90 Minuten Konstanz zu bewahren, dann muss die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen werden. Schon morgen gegen den 1. FC Miesbach hat die Elf des FC Bischofswiesen die nächste gute Chance zu punkten. Noch ist nichts passiert, denn sieben Mannschaften haben noch nicht mehr als vier Punkte und mit einem Sieg gegen Miesbach hätte auch der FCB schon drei.

Bischofswiesen: Schnitzlbaumer; Hochreiter, Jung, Fendt, Kern, Huthöfer (83. Ringsgwandl), Geisler (35. Ottmann), Böttger, Koller, Vorberg, Freimanner. cw