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Bummeltag im Regen

Berchtesgaden - Es regnete und regnete. »Da kann man nichts machen«, sagte am gestrigen Sonntag eine Standbetreiberin beim verkaufsoffenen Kraxnsonntag im Markt. Gern gesehen waren zwar ihre Fuikln und andere traditionelle Berchtesgadener Handwerkskunst. Doch kaufen? Damit hielten sich die zahlreichen Gäste größtenteils zurück. Nur wenige Geschäftsleute waren mit der Kauffreude der Kunden zufrieden: »Was zählt, ist, dass die Urlaubsgäste gerne im Markt sind«, so ein heimischer Gastronom, der sich wegen des schlechten Wetters nicht beklagen konnte.

Einen regensicheren Platz hatte die Stadtkapelle Laufen für ihr Standkonzert gefunden. Fotos: Anzeiger/kp

Sonniges Herbstwetter am Freitag und Samstag - der Sonntag fiel dann aus dem Rahmen und hinein ins Wasser. Trotzdem waren viele Bummelwillige in den Markt gekommen. Mit dabei: Regenschirm und wasserabweisende Kleidung.

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Alle Geschäfte hatten geöffnet, ein zusätzliches Angebot an Marktständen lud zum Schauen und Stöbern ein. Ob Kunsthandwerk, Töpferwaren oder regionale Schmankerl - fast jeden Wunsch konnten die Geschäftsleute erfüllen. Auch die Bäuerinnen des Berchtesgadener Bauernmarktes waren wie jedes Mal vertreten und präsentierten ihre köstlichen Waren.

Die Verkäufer und Verkäuferinnen mussten sich aber schnell eingestehen, dass ein Großteil nur zum Bummeln gekommen war und eher nach einem trockenen Plätzchen in den Gaststätten und Cafés suchten, deren Betreiber sich, mit ihren Kraxnsonntag-Schmankerln im Angebot, insgesamt zufrieden zeigten.

Wenig Spaß beim Spiel hatten die drei Musikkapellen. Geplant war ein Sternmarsch, bei dem sie sich, aus drei Richtungen kommend, auf dem Weihnachtsschützenplatz versammeln wollten. Allerdings war der Regen so stark, dass zunächst die trockene Alternative bevorzugt wurde. So spielte etwa die Stadtkapelle Laufen unter den Torbögen beim Schlossplatz. Das für den Abend im Kurgarten geplante Konzert der Bergknappenkapelle Bad Dürrnberg fiel aus.

Angesprochen auf das Thema Ladenschlussgesetz und Sonntagsöffnung am Königssee, reagierten die meisten Geschäftsleute verständnisvoll. In der Berchtesgadener Geschäftswelt, anders als am Königssee, ist die Sonntagsöffnung bislang kein Thema. »Ich verstehe es eigentlich nicht, warum es so problematisch ist, dass die Königsseer geöffnet haben dürfen«. Immerhin sei es dort noch nie anders gewesen. kp