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Brücken zwischen Ökologie und Ökonomie bauen

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Original und Double begeisterten: Landtagspräsidentin Ilse Aigner (links) und ihr Nockherberg-Double Angela Ascher. (Foto: Wittenzellner)

Seeon-Seebruck – Beste Stimmung beim CSU-Neujahrsempfang im Kloster Seeon. Politiker der Bundes-, Landes- und Kommunalebene waren ebenso gekommen wie Vertreter von Kirchen, Wirtschaft, Behörden, Verbänden und Vereine. Die Resonanz war wie in den vergangenen Jahren enorm, was die Räumlichkeit von der Kapazität her fast an seine Grenzen brachte. »Kuschlig ist's und frieren tut keiner«, so Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Siegfried Walch bei gefühlten 30 Grad. Höhepunkt waren die Rede von Festgast Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die von ihrem Nockherberg-Double Angela Ascher interviewt wurde, sowie Aschers Soloprogramm.


Walch betonte, wie wichtig der gesellschaftliche Zusammenhalt ist und blickte zurück auf den Katastrophenfall im Januar, der gezeigt habe, wie wichtig das Zusammenstehen in schwierigen Verhältnissen unter der Bevölkerung war. 10 500 Einsatzkräfte hätten dafür gesorgt, dass man in Sicherheit durch diese Zeit kam. Denen, für die es keine Katastrophe war, gab er mit auf den Weg: »Vielleicht liegt es daran, dass Ehren- und Hauptverantwortliche so gut zusammengearbeitet haben.«

Dem klassischen Schwarz-weiß-Denken erteilte Walch eine Absage und fragte mit Blick auf erfolgreiche Artenschutz-Volksbegehren: »Bin ich für die Biene oder Landwirtschaft? Warum kann ich nicht für beides sein?« Es sei wichtig, zwischen Ökologie und Ökonomie Brücken zu bauen. Auch zwischen Patriotismus und Weltoffenheit brauche es Brücken. Er warb dafür, sich politisch zu engagieren. »Es braucht das Engagement eines jeden einzelnen.« In seinem Dank an die Ehrenamtliche betonte er: »Mehr Leute sind heute im Ehrenamt im Landkreis engagiert, als jemals zuvor.«

Schülerdemo nicht während der Schulzeit

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die zuvor noch bei einer Betriebsbesichtigung bei der BrauKon in Seeon war, und die schon zuvor bei der Rede von Landrat Walch mit einem untypischen Fingerpfeifen für Ruhe sorgte, berichtete beim Auftritt von »Ilse I und Ilse II« über ihr neues politisches Wirken als Landtagspräsidentin. Sie betonte, dass ihre Aufgabe nun darin bestehe, sich zu kümmern »dass 205 Abgeordnete anständig arbeiten«. Über die Parteigrenzen hinaus warb sie für Verständnis: »Man muss zuhören. Sie sind alle gewählte Abgeordnete.« Als eine ihrer Aufgaben sehe sie, den Wert der Demokratie in Vordergrund stellen, wie sie mit Blick auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr betonte. Nachhaltiges Wirtschaften, in dem die Pfeiler Ökologie, Ökonomie und Soziales im Einklang stehen, sei alternativlos. Weitere Ziel ihres politischen Wirkens sei mehr Frauen in die Politik zu bringen. Kritisch äußerte sie sich zu den Schülerdemonstrationen für mehr Klimaschutz. Ihr sei das Thema Klimaschutz auch sehr wichtig. »Aber wenn es ein wichtiges Thema ist, dann können die Schüler auch am Nachmittag demonstrieren und nicht während der Schulzeit.«

Humorvolles gab es im Nachgang von Aigner-Double (»Ilse II«) Angela Ascher, die so manch lockeren Spruch über die Rolle der Frau in Gesellschaft, Familie und Politik und über so manches Beziehungsproblem auf Lager hatte (»Ich bin die Angie, ich bin eine freie Frau, ich habe heute Freigang bis 10 Uhr Abends«) und davor warnte, dass das plötzliche Interesse des Partners für Oldtimer nicht unbedingt als Kompliment zu verstehen sei. Von der Zellulitis über die Geschichte vom Hund Elvis, der nach einem ausufernden Shopping-Tag gestorben ist, über den »fiesen Blick« von Ministerpräsident Markus Söder, der eine Waschmaschine wieder zum Laufen bringe bis hin zur Beschreibung eines Hirnchirurgen als Friseur, der lediglich »etwas mehr Tiefgang hat« – die Gäste amüsierten sich erkennbar köstlich über das humorvolle Programm der Schauspielerin, für die es zum Abschluss wie auch für Landtagspräsidentin Aigner von Landrat Walch einen Strauß Blumen gab.

Wie schon im vergangenen Jahr, beteten Geistliche in einem kurzen ökumenischen Gebet um den Neujahrssegen. Dekan Georg Lindl und stellvertretender Dekan Thomas Schmeckenbecher erbaten den »guten Geist des Zusammenhaltens« und wünschten zum Schluss »gutes Gelingen und Gottes Segen«.

Für die Gäste war auch nach den offiziellen Reden und dem Bühnenprogramm noch nicht Schluss. Sie nutzten die Gelegenheit für Gespräche. Für die passenden musikalischen Klänge sorgte die Schladl-Musi aus Altötting. awi