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Braunschweig vor 3000 Fans - Hertha soll «Liga rocken»

München (dpa) - Die Unterstützung für Eintracht Braunschweigs Aufstiegsteam war schon mal vielversprechend. Rund 3000 Anhänger begleiteten den Trainingsauftakt der Niedersachsen - weitaus mehr, als die Berliner Hertha zu ihrem Aufgalopp für die neue Fußballsaison mobilisieren konnte.

Trainingsauftakt
Aufsteiger Hertha BSC ist in die Vorbereitung gestartet. Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa

Etwa 500 Fans waren es dort - die Erwartungen sind beim Fahrstuhlteam aber dennoch ungleich höher als in Braunschweig. «Wir wollen uns in den nächsten Jahren fest in der Bundesliga etablieren», kommentierte Coach Jos Luhukay. Ähnliche Ziele verfolgen die bayerischen Vertreter aus Augsburg und Nürnberg, die ebenfalls ihre ersten Übungseinheiten hinter sich brachten.

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In Berlin hofft neben Luhukay auch die gesammelte Anhängerschaft auf bessere Vorstellungen in der Beletage als noch in der Saison 2011/2012, als die Hertha ihre Fans mit desaströsen Vorstellungen reihenweise aus dem Olympiastadion vertrieben hatte. «Lasst uns gemeinsam die 1. Liga rocken», forderten einige Anhänger zum Trainingsauftakt auf einem 15 Meter langen Plakat, das sie eigens beschriftet hatten. Luhukay, dank seiner Trainerstationen in Mönchengladbach und Augsburg reichlich bundesligaerfahren, spielte den Mutmacher: «Ich habe absolutes Vertrauen in das Team. Das werden wir vom ersten Spieltag an ausstrahlen», prophezeite der Niederländer.

Mit Ausnahme des Ex-Leverkuseners Hajime Hosogai (Urlaub nach Confed-Cup) standen die restlichen drei Zugänge um kurz nach 10.30 Uhr mit auf dem Platz, als Luhukay die fünfwöchige Pause seiner Profis beendete. Die Braunschweiger nutzten den Sonntag sogar, um in Timo Perthel eine weitere Neuerwerbung zu präsentieren. Der Mittelfeldprofi kommt vom Zweitliga-Zwangsabsteiger MSV Duisburg und soll zusammen mit Auch Marco Caligiuri (Mainz), Jan Hochscheidt (Aue) und Rückkehrer Torsten Oehrl (Augsburg) die Qualität merklich anheben.

«Die passen alle sehr gut zu uns», urteilte Manager Marc Arnold. Für die erste Spielzeit im Oberhaus nach langer Abstinenz suchen er und Trainer Torsten Lieberknecht vor allem noch einen Angreifer. «Wir freuen uns, dass wir nach 28 Jahren wieder in der besten Liga der Welt mitspielen dürfen», erklärte der nach dem Urlaub braun gebrannte Lieberknecht voller Bundesliga-Vorfreude. Oberstes Eintracht-Ziel freilich ist, irgendwie die Klasse zu halten.

Den Kampf in den unteren Tabellenregionen sind die Profis vom FC Augsburg und 1. FC Nürnberg seit Jahren gewöhnt - ändern daran dürfte sich zumindest bei den Schwaben vorerst nichts. Die schmerzhaften Abgänge Oehrl, Ja-Cheol Koo und Dong-Won Ji wurden bisher kaum aufgefangen. «Es ist eine große Herausforderung für uns, auch im nächsten Jahr wieder die Klasse halten. Darauf müssen wir uns vom ersten Tag an vorbereiten», machte Manager Stefan Reuter klar. Beim ersten Gaudi-Kick am Sonntag konnten rund 3000 Fans als Neuzugänge lediglich Torwart Marwin Hitz (Wolfsburg) und Stürmer Mathias Fetsch (Offenbach) beäugen.

Die Franken üben sich wie gewohnt in Zurückhaltung. «Ziel ist der Klassenerhalt, aber wir wollen auch wieder das eine oder andere Highlight setzen», betonte Coach Michael Wiesinger. Beim ersten Training vor 2200 Fans fehlten noch einige Nationalspieler - darunter auch Timm Klose, der weiter mit einem Wechsel zum VfL Wolfsburg liebäugelt. Offensivkraft Mike Frantz hat nach einer Operation am Sprunggelenk vor einigen Wochen noch länger Urlaub bekommen.