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Brasilien will Titel: Mehr als 30 Tage Opfer bringen

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Dank Torschütze Fred startet Brasilien das Turnier mit einem Siegesgefühl. Foto: Sebastiao Moreira Foto: dpa

São Paulo (dpa) - Trotz einer sehr mäßigen Generalprobe gegen Serbien geht Topfavorit Brasilien voller Zuversicht in seine Heim-WM. »Wir sind gespannt, dass es endlich losgeht«, sagte Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari in São Paulo.


»Alles, was wir tun konnten, damit sich die Mannschaft vom ersten Spiel an gut präsentiert, ist getan oder wird getan.« Am Donnerstag trifft die Auswahl im Eröffnungsspiel auf Kroatien.

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Dann geht's vor den Augen der Welt in die WM-Arena von São Paulo. Das letzte Testspiel bestritt die Seleção vor 67 000 Zuschauern im Morumbi-Stadion. Im Gegensatz zum lockeren Ballzauber beim 4:0 gegen Panama drei Tage zuvor taten sich die Brasilianer gegen die Serben, von denen sich Scolari einen ähnlichen Spielstil versprach wie den der Kroaten, diesmal schwer.

In der ersten Halbzeit mussten die WM-Gastgeber Torchancen des Gegners zulassen und hatte große Mühe im Aufbauspiel. Das wurde etwas besser, als nach dem Wechsel Willian für seinen Teamkollegen vom FC Chelsea, Oscar, im offensiven Mittelfeld spielte.

Das Tor des Tages erzielte ausgerechnet Fred: Der 30 Jahre alte Stürmer von Fluminense FC war zwar im vergangenen Jahr mit fünf Treffern Torschützenkönig beim Confederations Cup, hatte aber in der abgelaufenen Saison öfter mit Verletzungen zu kämpfen und ist in der Öffentlichkeit umstritten. In der 59. Minute aber traf Fred im Fallen - wie einst Gerd Müller. Ein Treffer von Angreifer Hulk danach zum 2:0 wurde zu Unrecht von Schiedsrichter Enrique Cáceres aus Paraguay wegen Abseits nicht gegeben.

»Die standen sehr eng hinten, und wir haben es zu sehr über die Mitte versucht, wo immer drei oder vier waren, die uns den Ball abgenommen haben«, sagte Fred selbstkritisch und forderte: »Um öfter vors Tor zu kommen, müssen wir unser Flügelspiel verstärken.« Er ist momentan der einzige Spieler in der Stammelf, der sein Geld in der Heimat verdient.

Blass blieb diesmal Superstar Neymar. Gegen Panama hatte der 22-Jährige vom FC Barcelona noch gewirbelt, dieses Mal ging er nach 80 Minuten etwas konsterniert vom Platz.

»Es war ein gutes Spiel, trotz der einen oder anderen Schwierigkeit. Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind«, bilanzierte Scolari, der die Brasilianer wie schon 2002 zum WM-Titel führen soll. Der 65-Jährige gab seinen Profis erstmal einen Tag frei, bevor die letzten Vorbereitungen im Trainingscamp in Teresópolis bei Rio de Janeiro getroffen werden.

»Das ist die letzte Möglichkeit, die nächsten 30 Tage werden harte Arbeit sein«, erklärte er und fügte hinzu: »Es werden etwas mehr als 30 Tage sein, wo man Opfer bringen muss. Aber wenn wir Weltmeister werden, genießen wir es 1430 Tage - bis zur nächsten Weltmeisterschaft.«

Scolari wird bei der WM zumindest zunächst jenem Team vertrauen, dass im vergangenen Jahr den Confederations Cup gewann. Als einziger Wackelkandidat gilt momentan Oscar. Bundesliga-Profi Luiz Gustavo vom VfL Wolfsburg stand gegen Serbien wieder neben Paulinho im defensiven Mittelfeld. Für Innenverteidiger Dante vom FC Bayern München blieb nach der Rückkehr von Thiago Silva nur ein Platz auf der Bank. Der Kapitän war zuletzt geschont worden, um körperlich noch besser in Schuss zu kommen. Brasilien hat nun 15 seiner letzten 16 Spiele gewonnen.