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Reges Interesse an neuem Sportraum – Zutritt mit Transponder möglich – Offizielle Eröffnung der Turnhalle 2018

Boulder-Paradies in Teisendorf eröffnet

Teisendorf – Es ist geschafft: Die Boulderhalle in der neuen Schulturnhalle ist eröffnet. Die offizielle Einweihung folgt erst mit Fertigstellung und Eröffnung der Turnhalle Anfang 2018. Doch alle Kletterer können den Raum bereits jetzt mit einem Transponder, den es in der DAV-Geschäftsstelle Teisendorf gibt, benutzen.

Die Geschwister Lena, Stephanie und Maximilian Schiller hatten beim Probebouldern in der neuen Teisendorfer Schulturnhalle jede Menge Spaß. (Foto: Mergenthal)

Geöffnet ist der Sportraum montags bis donnerstags von 15.30 bis 22 Uhr, freitags von 13 bis 22 Uhr und an schulfreien Tagen von 8 bis 22 Uhr. Am Donnerstag von 18 bis 19 Uhr ist der Boulderraum belegt wegen des Trainings der Bouldergruppe des JDAV (Jugend des Deutschen Alpenvereins), wobei sich der Trainingstermin noch verschieben kann.

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Koordiniert von Projektleiter Stefan Stadler und mit fachlicher Beratung der betreffenden Firma steckten viele DAV-Mitglieder ab Juli viel Zeit in die Montage der Wände. Ab September schraubte ein junges Team unter Leitung von Stefan Mühlbacher die etwa 65 Boulderrouten in fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die Kosten für die 15 000 Euro teuren Griffe, etwa 1500 an der Zahl, wurden über eine »Crowdfunding-Aktion«, also über Spenden, aufgebracht.

Kosten für Griffe variieren stark

Die Kosten für jeden der bunten Griffe variieren stark. Die Spannbreite reicht von wenigen Euro für die kleineren über 200 Euro für größere Griffe mit einer Struktur, die den Wasserrillen im Boulder »Excalibur« im französischen Fontainebleau nachempfunden ist, bis hin zu über 1000 Euro für die großen gelben »Volumes«, aufschraubbare größere Elemente.

Das Interesse aller Generationen war bereits am ersten Öffnungstag groß. Die Teisendorfer Zwillinge Stephanie und Lena Schiller (12) und ihr Bruder Maximilian (13) haben hier einen neuen Lieblings-Spielplatz entdeckt. Sie lernten alle drei das Klettern bereits vor drei Jahren am Gardasee, wo sie mit ihren Eltern oft Urlaub machen, am Seil meistens vom Vater gesichert.

»Mir gefällt der Raum sehr gut«, schwärmt Lena. Die Routen sagen ihr zu, ebenso wie die vielen unterschiedlichen Schwierigkeiten. Maximilian, der auch an der Schule im Reichenhaller Karls-Gymnasium klettert, hat bereits seine Lieblingsstelle gefunden, an der eine Ecke aus der Wand ragt, und findet die »Sloper«-Griffe cool, bei denen man die ganze Hand auflegen muss. Auch die abwechslungsreichen Farben und die Kippwand begeistern ihn ebenfalls. Stephanie denkt praktisch: Sie lobt die Bürste zum Reinigen der Griffe, das Regal und die Erläuterung der Schwierigkeitsgrade an der Wand. Ihr gefallen auch die Überhänge und die große Vielfalt.

Trainingsgruppe soll entstehen

Einige junge Burschen wie Stefan Welkhammer (22) vergnügen sich unterdessen am »Moonboard«, wo man Boulder aus der ganzen Welt nachklettern kann, und entwickeln dort eigene Boulder. Welkhammer hat beim Schrauben mitgewirkt und wird die JDAV-Gruppe für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren leiten. Nach einigen offenen Treffen, an denen bereits 16 Kinder und Jugendliche Interesse haben, soll eine etwa halb so große Trainingsgruppe entstehen von fortgeschrittenen Jugendlichen, die sich weiter entwickeln sollen.

Toni Putzhammer (60) aus Petting begrüßt es, dass man bei schwereren Bouldern über leichtere Routen wieder abklettern kann, statt aus vier Metern Höhe auf die Matte zu springen. Er hat bei der Montage der Boulderhalle mitgeholfen. Durch dieses Training, das als »Mischung zwischen Athletik, Geschicklichkeit und Koordination« auch richtig Spaß mache, bekomme man immer wieder ein Gespür für das Felsklettern, erklärt er. Im Gegensatz zu vielen Boulderern, die nur in Hallen klettern, liebt er auch das alpine Klettern in freier Natur.

»Die Vereine leisten einen sehr wichtigen Beitrag in der Jugendarbeit, und diese Halle ist ein zusätzliches, tolles Angebot des Alpenvereins«, findet Katrin Fritzenwenger vom Jugendamt Berchtesgadener Land. Sie hat privat selbst zu klettern angefangen und leitet ab 2018 die Kindergruppe des DAV.

Kinder bis 14 Jahre brauchen die Aufsicht eines Erwachsenen und Jugendliche unter 18 die schriftliche Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten. Transponder und weitere Infos gibt es bei der DAV-Geschäftsstelle jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr unter Telefon 08666/61 77. vm