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Blutbad bei Public Viewing in Nigeria

Abuja (dpa) - Bei einem Bombenanschlag auf Fußballfans im Norden Nigerias haben mutmaßliche Islamisten am Dienstagabend zahlreiche Menschen getötet und viele weitere verletzt. Die Polizei bezifferte die Zahl der Opfer am Mittag auf 14.

Karte Nigeria
Ein Attentäter hat sich in Nigeria vor Fans in die Luft gesprengt. Karte: stepmap.de Foto: Foto: dpa

Jedoch berichteten Medien, dass wahrscheinlich viel mehr Fans ums Leben gekommen seien. Mindestens 26 Menschen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt.

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Ein Attentäter hatte am Abend einen Sprengsatz nahe einer Gruppe von Menschen platziert, die in Damaturu in der Region Yobe das WM-Spiel Brasilien-Mexiko verfolgen wollten. Die Bombe sei kurz nach Anpfiff detoniert, sagten Zeugen.

Obwohl sich niemand zu der Tat bekannt hat, wird die Terrorgruppe Boko Haram hinter dem Anschlag vermutet. Die Islamisten verüben seit 2009 immer wieder schwere Anschläge mit mittlerweile Tausenden Toten. Vor sieben Wochen hatten sie über 200 Schülerinnen entführt, von denen bis heute jede Spur fehlt. Die Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil ab und hält Fußball für «unislamisch».

«Mein Bruder lebt ganz in der Nähe. Er und sein Sohn wurden durch die Bombe verletzt», sagte Alhaji Ishiaku Yakub, ein Bürger aus Damaturu, der Nachrichtenagentur dpa. «Er hat mir erzählt, dass viele Tote in die Leichenhallen der Krankenhäuser gebracht worden seien.»

Da Anschläge befürchtet wurden, hatten die Behörden Fans zuvor geraten, Public-Viewing-Veranstaltungen während der Weltmeisterschaft zu meiden. In den Bundesstaaten Adamawa und Plateau waren öffentliche Übertragungen gänzlich verboten worden.

Nigeria nimmt mit seinem Nationalteam «Super Eagles» selbst an der WM teil. Wegen häufiger Stromausfälle vor allem in ländlichen Regionen sind viele Menschen auf Public Viewings angewiesen, um die Spiele zu verfolgen.

Sportfans waren in dem afrikanischen Land zuletzt häufig Opfer von Anschlägen. Bei Attacken von Boko Haram in Mubi im Bundesstaat Adamawa starben Anfang Juni 54 Menschen, als sie in Lokalen Sportübertragungen anschauten. Während des Champions-League-Endspiels Ende Mai fuhr in Jos im Bundesstaat Plateau ein Attentäter mit einem Auto voller Sprengstoff in eine Gruppe von Fans, die das Fußballspiel auf einer Leinwand verfolgten. Vier Menschen starben.

Premium Times Bericht