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Blues-Power im NUTS

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Zeitlos gute Songs interpretierten die Blues-Seekers bei ihrem Auftritt im NUTS. (Foto: Heel)

Gleich sechs Titel der ersten so genannten »Supergroup« Cream standen auf dem Programm der Blues-Seekers bei ihrem Auftritt in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS. Und auch der Rest fügte sich nahtlos ein, von »See see Rider« über »Black magic Woman« bis hin zu »Stormy Monday«, Blues-Power pur, von Sänger/Gitarrist Josef Loscar und seinen drei Mitstreitern Sebastian Höcherl (Bass/Gesang), Michael Höcherl (Gitarre/Gesang) und Norbert Barby (Schlagzeug) grandios zelebriert und durchgängig mit fast schon aggressivem Drive atemlos vorangetrieben.


Eine Leistung, der sicherlich auch daher rührt, dass drei der vier Musiker den Sound der sechziger Jahre noch miterlebt haben, Loscar etwa hatte 1967 seinen ersten Auftritt, in der Zeit also, in der Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker noch gemeinsam für Furore sorgten. Das zeigte sich auch an den ausgedehnten, an keiner Stelle langweiligen Gitarren-Soli Loscars und dem dichten Rhythmusteppich, mit dem Barby und S. Höcherl ihm den Rücken stärkten. Kein Wunder also, dass es gegen Ende des gut zweistündigen Konzerts einige Besucher nicht mehr auf den Stühlen aushielten und zu Klassikern wie »Cocaine« oder »Hey Joe« das Tanzbein schwangen.

P.S.: Sehr schön auch, dass Loscar zwischendurch mehrmals auf den größten der frühen Meister des Blues, Robert Johnson (»Crossroads«, »Love in vain«), zu sprechen kam, über den Karl Bruckmaier in seinem Buch »Soundcheck« schreibt: »Ein kleinwüchsiger Maulheld muss dieser Johnson gewesen sein, ein Stecher vor dem Herrn, mit einer bescheidenen Karriere, die 1938 durch Gift in einer Whiskey-Flasche ihr vorzeitiges Ende fand. Drei Jahrzehnte später entdeckten Burschen wie Keith Richards oder Eric Clapton in Johnsons 28 überlieferten Liedern jene Energie wieder, die sie in den eigenen Stücken anstrebten.« Eine Energie, die heute durch Bands wie die Blues-Seekers weiter getragen wird, so unverzichtbar wie zeitlos. ws