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Blondierte Pflegefälle und verfluchte Pharaonen – Das NUTS im April

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Betreutes Pflegekabarett »Für alle« bietet Christine Rotacker am Freitag, 5. April. Sie singt und tanzt durch den rasenden Alltag der Sandwichgeneration und verrät als Alten- und Angehörigenpflegerin aus dem Billiglohnsektor ihre geheimen Rezepte: Wie man gleichzeitig mit schwer verdaulichen Pflegefällen und dem eigenen pflegebedürftigen Ego pflegeleicht fertig wird.


Die sieben Musiker der Blassticks Brass Band aus dem bayerisch-salzburgerischen Raum verwenden Jodler und Volksweisen als Vorlage und frisieren sie am Samstag, 6. April, auf souligem New Orleans-Brass zu ihrem unverkennbaren bissigen Brass-Stil. Übertroffen nur durch abgedrehte Eigenkompositionen im Dialekt und sportlichen Arrangements.

»Barfuß über die Alpen« geht es am Dienstag, 9. April, in der Multi-Visions-Show von Martl Jung. Dabei ist ihm kaum ein Gipfel zu hoch, kaum ein Weg zu steinig. Jung spricht über seine Beweggründe und den langen Weg, der ihn zum extremsten Barfußwanderer Deutschlands werden ließ. Erste hochalpine Probetouren führen ihn unter anderem auf die Zugspitze und in sechs Tagen von Oberstdorf nach Meran, bevor er eine bisher beispiellose Tour wagt: Er überquert die gesamten Alpen an ihrer breitesten Stelle von München bis Verona – natürlich barfuß.

»Ganz fest loslassen« ist Holger Paetz' Ratschlag und Ermunterung. Wie lange wollen wir noch fürchten, dass uns alles um die Ohren fliegt? Nach dem Sturm kommt unsere Zeit. Im Aufräumen sind wir unschlagbar. Schluss mit Euro und Bio, Kernspin und Kompost! Mit dem richtigen Auftrieb kriegt man am Donnerstag, 11. April, auch ein Scheunentor zum Fliegen.

Stephan Zinner soll erben. Einen Baugrund in Niederbayern. Das ist zwar nicht die Côte d'Azur, aber Baugrund ist Baugrund. Und die liebe Verwandtschaft schlägt bei so was an wie ein wohltrainiertes Trüffelschwein, allen voran sein Cousin zweiten Grades Frederick Zinner, der gefürchtetste Orthopäde aus Rosenheim. Was das nun mit dem »Fluch des Pharao« zu tun hat, verrät er allerdings erst am Freitag, 12. April.

Café Caravan präsentieren am Samstag, 13. April, Gypsy Swing vom Feinsten: Hier zaubern sechzehn Saiten und eine Klarinette und versetzen das Publikum ins Paris der 1930er Jahre. Mal treibend-virtuos, mal tränend-balladesk – diese Band erweckt die Musik des göttlichen Gitarristen Django Reinhardt zu sprühendem Leben.

Die Schauspielerin und Sängerin Tanja Kuntze entführt in »Blondiert bevorzugt« am Sonntag, 14. April, zu den großen Diven des Showbiz. Sie gurrt im tiefen Alt, die Evergreens des Blonden Engels Marlene Dietrich, um kurz darauf das unvergessene »Puh-puh-piduh« der Monroe zu hauchen und mit Peggy Lees weltberühmtes »Fever« zu betören.

Egal welche musikalische Stilrichtung, ob klassische Meisterwerke aus dem Neujahrskonzert, rasante osteuropäische Volkstänze, neue österreichische Volksmusik, fetzige Oldies, melodiöse Balladen, oder stimmungsvolle Filmsoundtracks aus Italo-Western, alles ist möglich mit dem Mundharmonika Quartett Austria am Freitag, 19. April.

Im Musikkabarett der Schwarzen Grütze geht es am Samstag, 20. April, um das wahre Leben mit all seinen Facetten. Augenzwinkernd werden Themen wie Anarchie, Mobbing, Gema, Arzneimittelmissbrauch behandelt und genussvoll durch die Grütze gezogen. Ihre aberwitzigen Ratschläge und skurrilen Lösungen zur Alltagsbewältigung für den vom Neandertal ins Digital mutierten Menschen treffen ganz sicher ins Schwarze.

Mal frech und fröhlich, mal nachdenklich, aber immer phantasievoll-verspielt, so präsentieren sich die »Grande Dames« Lisa Wahlandt, Andrea Hermenau und Christiane Öttl am Sonntag, 21. April, der bayerischen Jazzszene. Zusammen begibt sich dieses Damentrio mit überraschend neuen Arrangements nicht nur in die Welt des Bossa Nova, sondern entlockt mit außergewöhnlichen Klangfarben sowohl den Jazzstandards als auch bekannten Popsongs neue Seiten.

Julie Fellmann liest am Dienstag, 23. April, aus ihrem Kriminalroman »Nacht der Einsamen« und plaudert über ihre Erfahrungen als Krimiautorin. Musikalisch begleitet wird sie von Mulo Francel, dem Saxofonisten des Erfolgs-Ensembles Quadro Nuevo, sowie von Ralph Stövesandt an der Singenden Säge. Neben tieferen Einblicken in den Roman gibt es noch eine Menge rund um das Buch: Wie klingt ein Kriminal Swing? Wie ist das Hörbuch zum Roman entstanden und wie kann man Menschen mit Musik manipulieren?

Mit seinem dritten Solo-Programm »goya« widmet sich Martin Kälberer am Freitag, 26. April, noch intensiver der inneren und äußeren Bilderwelt, die seine Klänge und Kompositionen so stark beeinflussen. Inspiriert sowohl von der Malerei, als auch von der Fotografie, aber auch anhand der Filme und Bilder, die Kälberer auf seinen Reisen selbst dreht und fotografiert, entsteht der Soundtrack zur Welt, wie er sie sieht.

Die Traunwalchner Jazzvokalistin Veronika Zunhammer gastiert am Samstag, 27. April, mit ihrem Jazz-Trio mit dem Pianisten Christian Elsässer (Echo-Preisträger 2012 in der Kategorie »Jazzpiano«) sowie dem französischen Saxofonisten Matthieu Bordenave im NUTS. Von bayerischer Volksmusik bis künstlerischer Jazz-Vokalise reicht ihr Erfahrungsschatz. »Fußspuren« zeigt diese Einflüsse, nicht im undefinierbaren Stil-Gemisch, sondern in homogenem kammermusikalischen Jazz.

Mit ihrem dritten Album »Aha!« verankern sich Jobarteh Kunda felsenfest in der Weltmusik-Szene. Nachdem sie sich in jahrelanger Vorarbeit ihre Sporen verdient haben und für den BBC-Award 2005 und den deutschen Weltmusikpreis 2006 nominiert waren, zogen sie sich ganze 16 Monate ins Studio zurück, um an »Aha!« zu feilen und präsentieren das Ergebnis am Sonntag, 28. April.

Wild und rau geht es zu, am Dienstag, 30. April. Aber auch sanft und beseelt. Andrea Pancur, München-Ramersdorf, und Ilya Shneyveys, Riga-Lettland, treffen aufeinander und spielen »Alpenklezmer« vom Feinsten. Die beiden Musiker haben das Liedgut recherchiert, entstaubt und gemäß dem Motto »Lang lebe der koschere Gebirgsjodler« neues Material in den Rucksack gepackt.

Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Karten gibt es unter Tel. 0861/8431, unter www.nuts-diekulturfabrik.de, beim Zeitungskiosk Hörterer am Maxplatz in Traunstein und bei Schreibwaren Rother in Chieming. Maria Ortner