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Bläserklang und starke Stimmen

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Drei Sängerinnen aus Tirol (Mitte) bereicherten das Weihnachtskonzert des Grassauer Blechbläser Ensembles in der neuromanischen Pfarrkirche in Übersee. (Foto: Uta Grabmüller)

Wer sich am Nachmittag des vierten Advent aufmachte in die Überseer Pfarrkirche St. Nikolaus, nahm noch die strahlende goldene Wintersonne mit in den Kirchenraum und erlebte, wie sie sich binnen kurzer Zeit verwandelte in das goldene Strahlen der Altartafeln, der Kerzen und der glänzenden Instrumente der Musiker. Sofort war weihnachtlicher Zauber zu spüren.


Pfarrer Pierre Makanga begrüßte die Besucher zu diesem nun schon traditionellen Dezember-Konzert der Grassauer in Übersee. Unter den Gästen war auch der Gründer des Grassauer Blechbläser Ensembles, Hans Josef Crump, der 2004 die Ensemble-Leitung an seinen Nachfolger Wolfgang Diem übergeben hatte und nun dem neuerlichen Auftritt »seines« Ensembles in Übersee erfreut lauschte.

Es spielten Matthias Linke, Konrad Müller (Trompete und Piccolo), Rupert Schmidhuber, Peter Boschner (Trompete und Flügelhorn), Martin Rendl (Waldhorn), Wolfgang Diem, Oswald Mayr, Tobias Spörlein (Tenorposaune), Johann Schmuck (Bassposaune) und Peter Gassner (Tuba). Auch heuer waren wieder musikalische Gäste am Programm beteiligt; dieses Mal begleitete der Wipptaler Dreigesang aus Tirol mit Elisabeth Nagiller-Rendl (Sopran), Sabine Kofler (Mezzo-Sopran) und Inge Ritzer (Alt) das Grassauer Ensemble. Durch das Programm führte Johann Schmuck.

Das Weihnachtskonzert in Übersee zeichnete sich durch drei Stärken im Programm aus. Zunächst ist dem Grassauer Blechbläser Ensemble nicht zu nehmen, wie kompetent sie sich in der Alten Musik bewegen, die sie auf ihren Barockinstrumenten interpretieren. Zudem: das Programm bot den Zuhörern eine Stückefolge, die ihnen einen Spannungsbogen bot von geistlichen Werken bis hin zu weihnachtlich-alpenländischen Weisen, getragen von kraftvollem Spiel. Die starken und ausgezeichnet geschulten Stimmen der drei Sängerinnen aus Tirol füllten den weiten Kirchenraum wunderbar aus. Bemerkenswert ist auch, dass durch Komponisten und Arrangeure aus den eigenen Reihen des Ensembles Werke geschaffen werden, die den Künstlern exakt entsprechen. Präzise Darbietung und ein ebenso behutsames wie selbstbewusstes Musizieren mit besonderer Wärme sind die Folge.

Höhepunkte waren die »Salzburger Weihnacht«, ein Arrangement von Matthias Linke zu Kompositionen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, und die ebenfalls aus seiner Feder stammende Adaptation des Vivaldi-Konzerts in B-Dur (ursprünglich ein Geigenkonzert). Mit einer »rundumadum« harmonischen Alphorn-Weise und einem letzten Lied der Sängerinnen schloss das alpenländische Weihnachtskonzert. Uta Grabmüller