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BJV will Ermittlungen nicht vorgreifen

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Informationen zur Wildbestandsregulierung im Nationalpark aus erster Hand (v.l): Werner Vogel, Johann Neubauer (beide Revierleiter Nationalpark), Werner Schmölzl (stellvertretender Vorsitzender BJV-Kreisgruppe Berchtesgadener Land), Nationalpark-Funktionalförster Christian Heyer, Berufsjäger Ernst Schellmoser, Nationalpark-Leiter Dr. Roland Baier, Berufsjäger Christian Willeitner, BJV-Vizepräsident Thomas Schreder, Hans Berger (Vorsitzender BJV-Kreisgruppe), Nationalpark-Mitarbeiter Peter Niederberger und Revierleiter Tilman Piepenbrink. (Foto: Nationalpark)

Streit um tote Hirschkälber am Königssee – Jagdverband korrigiert Aussagen der Nationalparkverwaltung


Berchtesgaden – Der Bayerische Jagdverband (BJV) will in der Auseinandersetzung um die am Königssee gefundenen toten Hirschkälber neutral bleiben. Das stellte die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden jetzt in einer erneuten Pressemitteilung richtig. Zwei Tage zuvor hatte es in einer vom Nationalpark veröffentlichten Mitteilung zu einer gemeinsamen Exkursion mit BJV-Vertretern (siehe Donnerstagausgabe) noch geheißen, die Exkursionsteilnehmer hätten unisono bestätigt, »dass der Nationalparkverwaltung keinerlei Fehlverhalten nachgewiesen werden könne«. Auf Druck vonseiten des BJV rudert man beim Nationalpark nun zurück und stellt richtig: »Vor dem Hintergrund von zwei Strafanzeigen, die zum Thema Fallwild am Königsee gestellt wurden, will der BJV den laufenden Ermittlungen nicht vorgreifen.«

Der Inhalt der Pressemitteilung über die Exkursion war nach Angaben der Nationalparkverwaltung nicht mit dem Bayerischen Jagdverband abgesprochen. Nach interner Abstimmung stellen der BJV und der Nationalpark Berchtesgaden nun richtig: »Die vom Nationalpark Berchtesgaden ausgesprochene Einladung an die Vertreter des Bayerischen Jagdverbandes diente diesen zur direkten Information vor Ort über die Wildbewirtschaftung im Nationalpark. Während der Exkursion wurden kritische Fragen gestellt und offen beantwortet.«

Die Vertreter des Bayerischen Jagdverbandes hätten mit den anwesenden Vertretern des Nationalparks, allen voran Leiter Dr. Roland Baier, Aspekte der Wildbewirtschaftung, zur Schonzeitaufhebung und weiteren jagdlichen Themen »kritisch und konstruktiv« diskutiert. Die Vertreter des Bayerischen Jagdverbands hätten dabei deutlich und nachdrücklich betont, dass eine waidgerechte, tierschutzkonforme und vorbildliche Ausübung der Jagd im Nationalpark oberste Priorität haben müsse.

Schließlich korrigiert die Nationalparkverwaltung einige im Exkursionsartikel gemachte Aussagen und teilt mit: »Nicht korrekt ist, dass 'die Vertreter des BJV bekräftigten, dass sie die Anschuldigungen des Vereins für haltlos erachten' sowie dass 'alle Exkursionsteilnehmer bestätigten, dass der Nationalparkverwaltung keinerlei Fehlverhalten nachgewiesen werden könne'«. Richtig sei, so der Nationalpark, »dass der BJV vor dem Hintergrund von zwei Strafanzeigen, die aktuell zu dem Thema Fallwild am Königsee gestellt wurden, den laufenden Ermittlungen nicht vorgreifen wird«. Meinungsbildende Aussagen im Vorfeld der Ermittlungsergebnisse lehne der BJV ab. Eine Zustimmung der Vertreter des Bayerischen Jagdverbandes zu einzelnen Themen, wie beispielsweise der Schonzeitaufhebung oder ein Urteil über die Hintergründe zu dem gefundenen Fallwild, sei nicht abschließend abgegeben worden. Der Bayerische Jagdverband baue aber »weiter auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Berchtesgaden«. UK