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Bildhauer, Maler und Grafiker Wiegand

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Das 2010 eröffnete Museum Stangenberg Merck zählt zu den schönsten privaten Kunstmuseen an der Bergstraße in Hessen und wird von Besuchern oft als »Gesamtkunstwerk« bezeichnet. Bis Mitte Juni sind dort die Werke des Pallinger Künstlers Ekkehard Wiegand zu sehen.

In einer Sonderausstellung im hessischen Museum Stangenberg Merck in Seeheim-Jugenheim ist derzeit eine Auswahl an Werken des in Gengham bei Palling lebenden und arbeitenden Bildhauers, Grafikers und Malers Ekkehard Wiegand zu sehen.


Wie in der Einladung treffend formuliert präsentiert das Museum mit Ekkehard Wiegand einen Künstler, »der alles kann, der mit jedem Werkstoff vertraut ist«. Seine Arbeiten wandern zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, es gibt immer wieder Spielerisches und deutliche Bezüge zur Klassischen Moderne.

Das 2010 gegründete und von Karl Stangenberg eröffnete Museum befindet sich in einer 1860 erbauten und 1904 von dem damaligen Star-Architekten Professor Heinrich Metzendorf erweiterten Villa, dem »Haus auf der Höhe«. Es zählt zu den schönsten privaten Kunstmuseen an der Bergstraße. Mit seiner traumhaften Lage inmitten eines gepflegten Parks und dem weiten Ausblick über die Rheinebene, 12 Kilometer südlich von Darmstadt gelegen, wird das Museum oft auch als »Gesamtkunstwerk« bezeichnet und zieht jeden Besucher in seinen Bann.

Das Museum erstreckt sich über drei Etagen und beherbergt das Werk der Malerin Heidy Stangenberg-Merck, die in diesem Haus aufgewachsen ist. Zweimal im Jahr wechseln die Sonderausstellungen. Mit Ekkehard Wiegand präsentiert das Museum eine faszinierende Künstlerpersönlichkeit, dessen Werke große Anerkennung und Wertschätzung erfahren und sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland befinden. Ein halbes Jahr lang wird in drei Räumen im ersten Stock des Museums mit über 60 Exponaten, Skulpturen, Bronzen, Ölgemälden, Blättern in Mischtechniken sowie Grafiken ein repräsentativer Einblick in das facettenreiche künstlerische Schaffen des Pallingers ermöglicht.

Unter den heimischen Künstlern zählt Wiegand sicher zu den fantasievollsten und experimentierfreudigsten. Er setzt sein ganzes künstlerisches Leben ein, um die »Welt und den Menschen« in wechselnden Ansichten auszuschöpfen. Er will alles; den Schein und die Physis der Dinge, die Vorstellung und die Wirklichkeit, die Empfindungen und die Formen. Ein solcher Wille führt zu kunstvollen neuen Synthesen. Seine Motive entnimmt Wiegand aus der ihm vertrauten Welt, verfremdet diese und erfindet auch neue Formen und Figuren.

Die Präsentation in Seeheim-Jugenheim ist nicht chronologisch ausgerichtet, sondern orientiert sich an Wiegands zentralen Themen. Im Mittelpunkt seines Oeuvres steht der Mensch, sei es in ganz figurativer Erscheinung oder als Büste. Mit den Bildnisbüsten in Bronze oder Holz findet er eine Form, die seine Arbeit über Jahrzehnte entscheidend bestimmt. In seinen Plastiken formt er übertriebene, bisweilen deformierte, witzig anmutende Gesichter und Köpfe, seine Holzbüsten bestechen durch gezielte Formgebung, kräftige Farbbemalung und Kombination mit anderen Materialien. Wie in seiner Malerei und Grafik auch, so positioniert er in seinen bildhauerischen Arbeiten Menschen, die in ihrer Erscheinung erregend wirken und denen immer eine beabsichtigte groteske Komik innewohnt.

Insgesamt bietet die Ausstellung eine Möglichkeit, in die malerische, grafische und bildhauerische Welt des Chiemgauer Künstlers einzutauchen, seine stilistische Entwicklung und seinen kreativen Schaffensprozess nachzuvollziehen sowie seine Arbeitsmethoden, seinen »Bildwitz« und seine einzigartige Erzählgabe kennenzulernen.

Die Sonderausstellung mit Werken von Ekkehard Wiegand in Seeheim-Jugenheim, Helene-Christaller-Weg 13, ist bis zum 16. Juni zu sehen und von Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Gabriele Morgenroth