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Bilder von Walter Effenberger

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Unser Bild zeigt Effenbergers Witwe Elisabeth und Sohn Marko Effenberger bei der Vernissage im Heimathaus. ( Foto: Mix)

»Walter Effenberger – Retrospektive« lautet der Titel einer Ausstellung, die noch bis Donnerstag im Heimathaus Traunreut zu sehen ist. Fünf Jahre nach dem Tod des Traunreuter Künstlers ist eine Auswahl seiner Bilder zu sehen, die Einblick in das Schaffen des Fotografen und Malers gibt. »Er hat es verdient, denn er hat mit seinen Bildern vielen Menschen eine bleibende Freude bereitet«, betonte Dr. Rainer Lihotzky in seiner Laudatio.


Eigentlich war Walter Effenberger Fotograf und verfügte als solcher laut Dr. Lihotzky über zwei wichtige Eigenschaften: das Erkennen und Erfassen eines Motives auf der einen Seite und das Wiedergeben mit den technischen Möglichkeiten seiner Kamera andererseits. Das rein fotografische Darstellen genügte dem Industriefotografen jedoch bald nicht mehr. »Er wollte Stimmungen auf andere Art und Weise einfangen und erzeugen und da stand ihm das Malen menschlich näher als das technische Fotografieren«, führte der Laudator aus.

In der Ausstellung im Heimathaus sind kleinere Bilder aus den 1970er und 1980er Jahren zu sehen, sozusagen Effenbergers erste malerische Gehversuche. Seine später entstandenen großformatigen Gemälde, die meist abstrakt gehalten sind, sind mythisch und mystisch zugleich, sagenhaft und geheimnisvoll. Walter Effenberger erarbeitete sich das Malen autodidaktisch und wandte eigene Methoden an. So verwendete er oft keine Pinsel, sondern trug mit Stofflappen angerührte Pulverfarben auf oder zeichnete mit Pastellkreide auf angefeuchtetem Untergrund, die später mit aufgesprühtem Bindemittel verfestigt wurde. Seine Farbpalette beschränkte sich teils auf Erdfarben und die Bilder wurden von ihm mehr modelliert als gemalt.

Der Künstler gab seinen Bildern grundsätzlich keine Titel und damit dem Betrachter die Möglichkeit, sich seine ganz eigene Vorstellung zu bilden. Dr. Lihotzky erzählte von einem Effenberger-Bild, das er selber besitzt: »Es stellt die abstrakte Vision einer horizontlosen grünen Landschaft dar und ich freue mich täglich daran, weil ich in ihr eine unendliche Weite als Symbol für Toleranz und für eine Zufriedenheit ausstrahlende Ruhe erkenne, die mir selber diese Ruhe weitergibt.«

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht auch eine Bronzebüste von Walter Effenberger, die Wilhelm Zimmer 1993 geschaffen hat. Für Dr. Lihotzky ist die Retrospektive ein geeigneter Anstoß dafür, zu überlegen, wo die Bilder des Traunreuter Künstlers künftig präsentiert werden könnten, damit sie nicht in einem finsteren Depot in Vergessenheit geraten.

Die Ausstellung im Heimathaus ist noch bis 30. April täglich von 15 bis 18 Uhr zu besichtigen. Pia Mix