weather-image

Besuch aus den Tiefen des Weltalls

0.0
0.0
Flyeye Observatory
Bildtext einblenden
So wie auf diesem Bild können Kometen am Himmel aussehen. Foto: A. Baker/ESA - CC BY-SA 3.0 IGO/dpa Foto: dpa

»Das ist eine große Sensation!« Der Weltraum-Forscher Rüdiger Jehn ist begeistert. Der Grund für seine Freude ist ein mehrere Kilometer großer Schneeball aus Eis und Gestein. Es ist ein Komet im Weltall, mit dem Namen 2I/Borisov.


Solche Kometen sind eigentlich nichts Besonderes. Forscher kennen viele Kometen, die in unserem Sonnensystem um die Sonne kreisen. Das Besondere an 2I/Borisov ist, dass er nicht in unserem Sonnensystem entstanden ist. Er stammt aus den Tiefen des Alls, und war vielleicht Millionen von Jahren zu uns unterwegs.

»Der Komet kam von irgendeinem Stern aus der Milchstraße«, sagt Rüdiger Jehn, also irgendwo aus unserer Galaxie. Derzeit nähert er sich. Im Dezember wird er der Erde am nächsten sein, auch wenn das immer noch wahnsinnig weit weg ist: 300 Millionen Kilometer. Das ist doppelt so weit wie von der Erde bis zur Sonne. Danach wird er sich wieder entfernen und ins Nirgendwo verschwinden.

So einen Besucher von einem anderen Stern haben Wissenschaftler erst ein einziges Mal zuvor beobachtet. Und zwar vor zwei Jahren, als sie den Kometen 1I/'Oumuamua erspähten. Die große Frage ist, warum die Wissenschaftler in kurzer Zeit zwei Kometen von anderen Sternen fanden. »Ist das jetzt Zufall? Oder kommt da eine ganze Wolke?«, fragt sich Herr Jehn. Eine Antwort darauf hat er noch nicht. »Wir wundern uns und sind gespannt, ob da noch was kommt.«

Entdeckt hat den neuen Kometen übrigens ein Hobby-Forscher - nach ihm wurde der Komet benannt. Der Mann benutzte ein selbstgebautes Teleskop. Er sah einen Lichtpunkt, der sich bewegte. Nach und nach haben immer mehr Forscher ihre großen Teleskope auf den Kometen gerichtet. »Mit dem bloßen Auge kann man ihn nicht sehen, auch mit einem Fernglas nicht«, sagt Herr Jehn.