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Bergsteiger stürzt am Mannlgrat mit Kopf auf spitzen Stein und stirbt

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Foto: Leitner, BRK BGL
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Schönau am Königssee – Nach einem Sturz mit dem Kopf auf einen spitzen Stein blieb ein Bergsteiger am Donnerstag um die Mittagszeit am südöstlichen Ende des Mannlgrats bewusstlos liegen. Trotz der Wiederbelebungsversuche von Ersthelfern starb der Mann noch an der Unfallstelle.


Der Mann war in einer gemischten zwölfköpfigen Gruppe aus Niedersachsen, Hessen und Bayern in Berchtesgaden auf Urlaub und vom Kehlsteinhaus in Richtung Göllleiten unterwegs, als der Unfall gegen 12.20 Uhr am südöstlichen Ende des Mannlgrats passierte.

Vermutlich wegen einer internistischen Erkrankung stürzte der 57-Jährige in einer Höhe von 1850 Metern am Steig, überschlug sich und prallte so heftig mit dem Kopf gegen einen spitzen Stein, dass er bewusstlos liegen blieb.

Der Pilot des Kitzbuehler Notarzthubschraubers „Christophorus 4“ brachte eine Notärztin, den Notfallsanitäter und Bergretter per Tau zum Unfallort an der Rinne im Übergang zur Göllleiten. Ersthelfer, die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Kitzbuehler Notarzthubschraubers „Christophorus 4“ versuchten den Mann noch wiederzubeleben, konnten ihn aber trotz aller Bemühungen nicht mehr retten.

Die Ersthelfer, darunter zwei Bergretter aus der Steiermark, die privat unterwegs waren, und die Einsatzkräfte kümmerten sich um die betroffene elfköpfige gemischte Bergsteiger-Gruppe aus Hessen, darunter auch der Sohn des Verstorbenen und flogen alle per Tau aus dem Mannlgrat in die Scharitzkehl aus, wo der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht die weitere psychische Betreuung übernahm.

Ein Beamter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei nahm den tödlichen Bergunfall auf; danach wurde der Verstorbene von „Christophorus 4“ in Absprache mit der Polizei per Tau ausgeflogen. Die Bergwacht Berchtesgaden musste „Christophorus 4“ mit ihrem Kerosinanhänger wieder auftanken, der beim Einsatz insgesamt 18 Tau-Aufzüge absolvierte.

Vermisst gemeldet: 25-Jähriger verliert im Aufstieg den Steftensteig und sitzt in absturzgefährlicher Rinne fest

Während des Einsatzes am Manngrat hörten die Bergretter und andere Leute von verschiedenen Orten rund um das Göll-Endstal Hilferufe, die zunächst nicht genau zugeordnet werden konnten.

Als klar war, dass keiner der Bergsteiger-Gruppe am Mannlgrat um Hilfe gerufen hatte und am Landeplatz in der Scharitzkehl auch noch besorgte Eltern aufschlugen, die im Aufstieg über den Steftensteig zum Kehlstein ihren 25-jährigen Sohn verloren hatten, startete „Christophorus 4“ zu einem Suchflug.

Gleichzeitig versuchte die Bergwacht im Endstal bodengebunden die Hilferufe zu orten. Die Heli-Crew fand den 25-Jährigen aus Baden-Württemberg dann in einer steilen Rinne mit Wandstufen in Richtung Zeller Schlucht und flog ihn mit dem variablem Rettungstau in die Scharitzkehl aus und danach zur Kreisklinik Bad Reichenhall, da er einige Meter abgerutscht war und sich eine Platzwunde am Knie zugezogen hatte. BRK BGL