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Berchtesgaden in Weihnachtsstimmung

Berchtesgaden - Die Vorbereitungen für den Berchtesgadener Advent laufen auf Hochtouren, überall werden Lichterketten aufgehängt und Schaufenster weihnachtlich dekoriert. Touristen und Schaulustige scharen sich um die Helfer. Doch was halten die Berchtesgadener wirklich von dem ganzen Trubel?

Während nebenan die Adventshütten aufgestellt werden, wird auch im Fuchs Druck schon weihnachtlich dekoriert. Foto: Anzeiger/hi

Befragt man Passanten auf der Straße und Verkäufer in ihren Geschäften, so fällt das Ergebnis durchwegs positiv aus. »Ich finde den Berchtesgadener Christkindlmarkt wunderschön, schon die Atmosphäre stimmt auf Weihnachten ein«, so Barbara Brückner vom Geschäft »Bergkristall«. Dass »Berchtesgaden wieder lebt«, verdankt der Markt ihrer Meinung nach unter anderem dem »Berchtesgadener Advent«. Dieser Ansicht ist auch eine Familie aus Bad Reichenhall, die dieses Jahr mindestens einen Besuch einplant. Der »neue Berchtesgadener Advent«, wie der auf weite Teile des Marktes erweiterte Christkindlmarkt bezeichnet wird, ziehe viele Touristen an und sei eine wahre Bereicherung für die Geschäfte. Schon die Aufbauarbeiten sind für Reisegruppen interessant, sie fotografieren eifrig. Auch Passanten bleiben mehrmals stehen und beobachten die fleißigen Arbeiter. Neben Touristen kommen auch Berchtesgadener und Landkreisbürger regelmäßig auf den Christkindlmarkt. Einige Geschäfte, wie etwa Fuchs Druck oder der Töpferladen betreiben zusätzlich eigene Stände und können sich über großen Andrang freuen.

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Viele der Befragten geben an, neben dem eigenen Christkindlmarkt auch noch jenen in Salzburg zu besuchen, jedoch »kommt keiner an den Unsrigen ran«. Dieser habe in der Hinsicht den Vorteil, dass noch viel Wert auf Tradition gelegt werde und der ganze »Berchtesgadener Advent« darauf achte, auf übertriebenen Kitsch zu verzichten, um das Motto der »Staden Zeit« nicht aus den Augen zu verlieren. Lichterketten, besinnliche Musik und Dekoration seien nun mal ein Teil von Weihnachten und dürften keinesfalls fehlen.

Verbesserungsbedarf sehen die Befragten kaum: Lediglich Kleinigkeiten könnte man noch besser machen. Markus von Hoesslin, Inhaber des Töpferladens, hat grundsätzlich nichts gegen die Ausdehnung über Weihnachten hinaus, jedoch sieht er noch ein Problem in der Umsetzung. »Ich finde es nur etwas sinnlos, dass nach Weihnachten die Stände am Schlossplatz schließen, die am Weihnachtsschützenplatz aber nicht. Für die Touristen, die auch nach Weihnachten in ihrem Urlaub noch etwas geboten haben wollen, wäre eine einheitliche Lösung besser.« Eine Mitarbeiterin in einem Trachtenmodenladen hält eine Reduktion von Essensständen und einen größeren Fokus auf Handwerkskunst für angebracht.

Insgesamt gibt es aber kaum Kritik, alle scheinen zufrieden mit der jetzigen Organisation des Berchtesgadener Advents. Deutlich formuliert es eine Dame aus Bad Reichenhall, die auf die Frage nach der Weihnachtsstimmung in ihrem Heimatort antwortete: »Wenn es auf Weihnachten zugeht, lebt Berchtesgaden, Reichenhall schläft da noch.« hi