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Begeisternde »Traviata« im k1

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Rauschende Feste und rührselige Szenen geben sich die Klinke in die Hand in der Oper La Traviata, die  vom Tournee-Theater  Compagnia d´Opera Italia di Milano  im  k1 in  Traunreut  aufgeführt wurde. (Foto: Rasch)

Spätestens bei dem temperamentvollen Trinklied »Libiamo ne´ liet calici« aus der Oper La Traviata von Giuseppe Verdi schmolzen die Herzen der Zuhörer im k1 dahin und sie litten mit Violetta.


Den Blicken nach waren die rund 350 Besucher von dem über zweistündigen Gastspiel des Tournee-Theaters Compagnia d´Opera Italia di Milano gefesselt von der rührseligen und traurigen Geschichte und natürlich von der überwältigenden Musik. »Atemberaubend«, »Wunderbar«, »Ich könnt´ mich in die Stimme des Vaters verlieben«, lauteten die Kritiken.

Im k1 waren bislang schon kleinere Opernensembles zu Gast. Ein Ensemble in dieser Qualität, das den Ruf »ältestes und erfolgreichstes Tournee-Theater Europas« genießt, aber noch nie. Ein über 30-köpfiges Orchester harmonierte mit den Solisten und dem Chor sehr gut und füllte den Saal voll aus. Ergänzt wurde dies durch ein schlichtes, aber effektives Bühnenbild, ebenso festlich wie bedrückend – eine stimmige und imposante Produktion.

Lobend erwähnt seien auch die Solisten Cecilia Berglund (Violetta), León de la Guardia (Alfredo) und Miro Momekov (Alfredos Vater) und deren wandlungsfähige Darstellungskraft. Nicht nur die Sopranpartien von perlenden Koloraturen zu lyrischer Wärme verlangten ein Höchstmaß an technischem Können.

Gespenstisch still war es im Saal, als die Streicher unter der musikalischen Leitung von Vladimir Boshnakov das wehmütig klagende Preludio anstimmten, das das Schicksal der Hauptfigur vorwegnimmt. Nach wenigen Takten mischte sich ein Tanzthema mit den traurigen Klängen. Auf der Bühne findet ein rauschendes Fest statt. Violetta, die berühmteste Kurtisane von Paris, will bei diesem Fest ihre Krankheit vergessen. Dabei wird sie Alfredo vorgestellt, der einen Schwächeanfall von Violetta nutzt, ihr seine Liebe zu gestehen. Sie wehrt zunächst ab.

Im zweiten Akt beginnt Violetta mit Alfredo ein neues Leben auf dem Lande. Alfredos Vater, Giorgio Germont, verlangt aber von Violetta, sich von Alfredo zu trennen. Sie gibt schließlich nach und täuscht vor, an der Seite des reichen Barons Douphol wieder zu ihrem Luxusleben zurückzukehren. Statt mit seinem Vater auf die väterlichen Güter zurückzukehren, folgt Alfredo Violetta nach Paris. Bei einem Ball treffen beide aufeinander, ihre Trennung ist bereits in aller Munde. Um ihr Versprechen gegenüber Alfredos Vater zu halten, gibt Violetta vor, den Baron zu lieben. Außer sich vor Wut wirft ihr Alfredo vor allen Gästen das bei einem Kartenspiel mit dem Baron gewonnene Geld als Bezahlung für die gemeinsamen Monate vor die Füße. Er fordert seinen Kontrahenten Dauphol zum Duell, der daraufhin das Land verlassen muss.

Der dritte Akt spielt in Violettas Schlafzimmer. Ihre Krankheit hat sich verschlimmert, sie ist völlig verarmt und von ihren Freunden verlassen. Von der Straße drängt der Lärm eines Karnevalszuges herein und sie erinnert sich an ihr vergangenes Glück mit Alfredo. Kurz darauf trifft Alfredo tatsächlich ein und die Liebenden träumen noch einmal von einem Leben in Gesundheit und Glück. Doch das kurze Aufflackern von Violettas Kräften ist nicht von langer Dauer. Sie bricht vor ihrem Geliebten zusammen. Der Vorhang fällt.

Die herzzerreißende Geschichte wurde mit lang anhaltendem Applaus bedacht. Die Protagonisten wurden mehrfach auf die Bühne zurückgeholt. Gabi Rasch