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Begabte junge Instrumentalisten begeisterten

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Die zehn jungen Talente erhielten von Bernhard Glück (hinten) ein Geschenk (von links): Anna Lauerer, Sina Zauner, Andreas Schatz, Manuel Lauerer, Felix Ecker, Gesine Hadulla, Antonia Hadulla, Matthias Wallner, Hannah Unterreitmeier und Anna-Maria Schuhböck. (Foto: Mergenthal)

Zum Staunen brachten zehn junge Talente ihre fast 100 Zuhörer in der Aula der Mittelschule Teisendorf. Mit einem äußerst kurzweiligen Programm zogen Preisträger des Wettbewerbs »Jugend musiziert« beim Konzert des Kulturvereins Teisendorf in Zusammenarbeit mit der örtlichen Musikschule in Bann.


Den Auftakt machten souverän Gesine Hadulla an der Violine, begleitet von Felix Ecker am Klavier, mit sechs temperamentvollen, frisch vorgetragenen Rumänischen Volkstänzen von Béla Bartok. Die Virtuosität des Teufelsgeigers Paganini überträgt die Komposition »Variationen über ein Thema von Paganini« auf das Klavier – eine Herausforderung, die Manuel Lauerer bravourös und mit unbeschwerter Fröhlichkeit am Flügel meisterte.

Mitten im Zoo fühlte man sich in den lautmalerischen nächsten Stücken, von der erst 11-jährigen Antonia Hadulla aus Traunstein am Kontrabass vorgetragen, der sie um mehr als einen Kopf überragte. Kulturvereins-Beisitzerin Anne-Ruth Englhardt begleitete sie am Klavier. Mit ihrem Instrument imitierte Antonia gekonnt die Behäbigkeit des Elefanten im gleichnamigen Stück aus dem »Karneval der Tiere« von Camille Saint-Saens und eine tobende Affenbande beim Titel »Übermütige Affen« von Hanno Haag aus dem Jahr 2002. Ein Genuss war es auch, den zwei 15-Jährigen aus Trostberg und Tacherting, Anna Lauerer und Sina Zauner zu lauschen, die vierhändig am Klavier ein äußerst harmonisches Duo bildeten. Mit dem feurigen Allegro assai aus dem Ungarischen Tanz Nr. 2 d-moll von Johannes Brahms und »Blue Tango« von Leroy Anderson bewiesen sie technisches Können und Einfühlungsvermögen in den jeweiligen Musikstil.

Mucksmäuschenstill war es im Saal, als Matthias Wallner (14) vier anspruchsvolle Solostücke von der Renaissance bis zur Moderne auf der Gitarre präsentierte. Seit der zweiten Klasse hat er Gitarrenunterricht. Mit unglaublicher Präzision und Konzentration spielte er mit feinem Ton »Mr. Dowland’s Midnight« von John Dowland, einen Walzer von einem unbekannten Komponisten aus dem 19. Jahrhundert sowie zwei Werke aus dem 20. Jahrhundert: »Desirée« von Maria Linnemann und »Tango pour Helène« von Gerard Montreuil.

Starken Ausdruck legte Anna Lauerer am Flügel in die Komposition »Hochzeitstag auf Troldhaugen« von Edward Grieg, spätromantische, typisch skandinavische Stimmungsmalerei. Große Vielseitigkeit zeigten virtuos und perfekt im Zusammenspiel die erst 13-jährigen Musikschülerinnen Anna-Maria Schuhböck (Klarinette) aus Traunstein und Hannah Unterreitmeier (Klavier) aus Siegsdorf. In zwei Sätzen der Sonatine »Temperamente« aus dem Jahr 1969 von Günther Habicht stellten sie musikalisch den Sanguiniker und den Choleriker dar und unternahmen mit dem High School Dixie von Heinz Both einen Ausflug in den Jazz.

Krönender Abschluss war der auswendig musizierte Boogie-Woogie-Beitrag von Andreas Schatz (16) vom Annette-Kolb-Gymnasium aus Traunstein am Flügel. Mit geschlossenen Augen und voller Hingabe ließ er seine Finger über die Tasten gleiten, und vergnügte das Publikum mit dem »Maple Leaf Rag« von Scott Joplin, dem »Root Bear Rag« von Billy Joel und dem »Boogie-Woogie-Stomp« von Albert Ammons. Alle Interpreten wurden verdient mit kräftigem Applaus und einem kleinen Geschenk des Kulturvereins belohnt. Veronika Mergenthal