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«Befreiung» in Hoffenheim - VfB gibt Lebenszeichen

Bremen (dpa) - So schnell geht's im Fußball: Bei 1899 Hoffenheim strahlte Trainer Markus Babbel nach dem ersten Saisonsieg gegen Hannover 96 in die Kameras und meinte triumphierend: «Dass die Jungs Charakter haben, wusste ich schon vorher.»

Befreiung
Trainer Markus Babbel feierte mit Hoffenheim den ersten Saisonsieg. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Beim VfB Stuttgart machte Kapitän Serdar Tasci nach der furiosen Aufholjagd in Bremen eine forsche Kampfansage in Richtung des baden-württembergischen Rivalen: «Das ist der richtige Zeitpunkt, drei Punkte zu holen.» Vor dem Derby am Mittwoch lassen die bis dato so kleinlauten Kellerkinder der Fußball-Bundesliga schon wieder die Muskeln spielen.

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Obwohl es beim kräftezehrenden 2:2 (0:2) bei Werder Bremen nicht zum Sieg reichte, war es ein Lebenszeichen der schwach gestarteten Schwaben. «Darauf können wir aufbauen», sagte Torwart Sven Ulreich. «Jetzt freuen wir uns aufs Derby. Da wollen wir drei Punkte.» Ulreich hatte indes den Blick für die VfB-Probleme nicht verloren. «Wir haben sie zu Torchancen eingeladen», analysierte er die immer wieder auftretenden Abwehrschwächen.

Aber die Art und Weise, wie Stuttgart den Punkt holte, minderte den Druck auf Trainer Labbadia. «Man wird immer nach den Ergebnissen bewertet», sagte der Coach angesichts von nur zwei Zählern und Platz 17 in der Bundesliga. Der mäßige Start in die Europa League mit dem Unentschieden gegen Steaua Bukarest hatte die Lage am Neckar auch nicht entspannt.

Nach dem 3:1 (1:1)-Sieg gegen Hannover 96 - dem ersten «Dreier» nach saisonübergreifend sechs Niederlagen - eilte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp zur Gratulation in die Kabine. Und die komplette Funktionärsriege lehnte bei der Pressekonferenz stolz an der Wand. «Es war eine Befreiung», sagte Präsident Peter Hoffmann.

Eine starke Schluss-Viertelstunde reichte dem 1899-Team gegen die Europa-League-müden Hannoveraner. Die Wende kam mit Routinier Sejad Salihovic, den Babbel bisher wenig wertschätzte: Der 27-Jährige trieb seine Kollegen nach vorne und erzielte in der 82. Minute per Flugkopfball das 2:1. In der Nachspielzeit legte Daniel Williams noch nach. Am Spielfeldrand machte nicht nur Babbel Freudensprünge, sondern auch sein neuer Partner: Manager Andreas Müller durfte sich über einen gelungenen Einstand auf der Bank freuen. «Heute sind alle im Verein sehr glücklich über die ersten drei Punkte», meinte Babbel.

Nach unruhigen Tagen mit vielen öffentlichen Diskussionen rund um die Verpflichtung Müllers und die sportliche Krise wischte der 1899-Coach alles beiseite und lobte das Publikum: «Heute waren wir eins: Mannschaft, Fans, Verein.» Und Müller war begeistert vom «absoluten Willen» der Mannschaft. Vor der Partie bei seinem früheren Arbeitgeber VfB, wo er 1983 seine Profikarriere begann, warnte der gebürtige Stuttgarter: «Wir können uns heute über den Sieg freuen. Das war ein kleiner Anfang - aber nicht mehr.»