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Beflügelnde Klarinettenduette

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Viviana Wittmann (von links/Klarinette), Andrea Wittmann (Cembalo) und Erika Szavuly Schadner (Klarinette) begeisterten im harmonischen Zusammenspiel. (Foto: Benekam)

Gerade noch trockenen Fußes erreichten die Besucher die malerische Kirche St. Walburg in Seeon zur Soiree, bevor dann ein kräftiges Sommergewitter über Mozarts Lieblingsort hereinbrach. Diese kleine Kirche schien wie geschaffen für das Klarinettenkonzert, sodass die niveauvolle Musik namhafter Komponisten ihren verdienten Rahmen bekam.


Die Musikerinnen Erika Szavuly Schadner (Klarinette), Viviana Wittmann (Klarinette) und Andrea Wittmann (Cembalo) hatten eine sehr anspruchsvolle und ebenso ansprechende Musikauswahl getroffen. Das Grave aus dem Concertino in F-Dur von Giuseppe Tartini eröffnete und stimmte mit wunderbarem Klarinetten- und Cembalospiel ein.

Mit dem zweiten Stück erlebten die Zuhörer den ersten Konzerthöhepunkt mit dem Allegro aus dem Konzert in Es-Dur von Franz Krommer, denn das gekonnte und ausdrucksstarke Klarinettenspiel beider Klarinettistinnen, souverän vom Cembalo begleitet, riss die Zuhörer mit und brachte sie zum Schwärmen. Zwischen den beiden Profimusikerinnen lieferte die erst 15-jährige Viviana Wittmann eine respektable Leistung ab. Die sicherlich unzähligen Übungs- und Probestunden am Instrument waren bei der scheinbaren Leichtigkeit, mit der sie ihr Instrument spielte nicht im geringsten anzumerken.

Weiter ging es mit Wolfgang Amadeus Mozarts Concerto A-Dur. Das dreisätzige Werk war wohl sein letztes Instrumentalwerk, bevor der große Komponist viel zu früh starb. Im zweiten Satz stellte Wittmann an ihrem zweimanualigen Cembalo den Lautenklang ein, sodass das aus zahlreichen Filmen bekannte Stück besonders weich klang und mit den samtweichen Klarinettentönen beim Zuhörer romantische Stimmungen hervorrief. Ein Güte- und Markenzeichen für Andrea Wittmanns Konzerte ist die Kurzweiligkeit, die sie durch interessante und fundierte Hintergrundinformationen über die gespielten Komponisten und über die Geschichte des Kloster Seeon schafft.

Der nächste Programmpunkt sorgte insofern für eine willkommene Abwechslung, dass die Klarinettistin ihr Instrument zur Seite legte und mit ausdrucksstarker Sopranstimme das von Felix Mendelssohn-Bartholdy komponierte Lied »O for the wings of a dove« in Begleitung von Wittmann am Cembalo vortrug. Dafür gab es begeisterten Applaus.

Mit Carl Maria von Webers Concerto in Es-Dur setzten Wittmann und Schadner dem Konzert einen krönenden Abschluss, bei der die ausgezeichnete Klarinettistin an ihrem Instrument große Virtuosität bewies. Voller Hingabe und mit innigstem Ausdruck bewältigte sie das anspruchsvolle Werk in drei Sätzen. Als Zugabe, nach verdient kräftigem Applaus, kamen die Zuhörer zum zweiten Mal in den Genuss beider Klarinetten im Duett in Begleitung des Cembalos.

Beim Verlassen der stilvollen Kirche sah man in glückliche Gesichter, nicht nur weil nach dem Regen die Außentemperaturen erträglicher geworden waren, sondern zweifellos auch weil gute Musik beseelt und beflügelt. Kirsten Benekam