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Bayern wollen Wiedergutmachung - Dortmund im Aufwind

Düsseldorf (dpa) - In sieben Spielen gab es nur zwei Siege. Für die deutschen Clubs taugten die jüngsten internationalen Auftritte zumeist nicht als Mutmacher für den siebten Bundesliga-Spieltag. Selbst der bisher souveräne Tabellenführer Bayern sorgte für negative Schlagzeilen.

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Bayern-Trainer Jupp Heynckes lässt sich so schnell nicht entmutigen. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Erste Niederlage, erste Misstöne - nach dem 1:3 bei BATE Borissow in der Champions League wird in München über die Zusammenarbeit von Jupp Heynckes mit Matthias Sammer diskutiert. Trotz schneller Schlichtung seitens der Vereinsführung werden Trainer und Sportvorstand des Bundesliga-Tabellenführers auch im Spiel gegen 1899 Hoffenheim im Mittelpunkt des Interesses stehen.

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Die Sorgen von Bayern-Nationalspieler Toni Kroos, dass die erste Saisonschlappe und die Kontroverse in der Chefetage negative Auswirkungen haben könnten, halten sich jedoch in Grenzen: «Wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen.» Um die Wogen zu glätten, spielte Heynckes die Dissonanzen am Freitag als einen ganz normalen Vorgang herunter: «Es ist gar nicht schlimm, wenn es hier und da mal eine Unstimmigkeit gibt.»

Die Gelegenheit, die Schlagzeilen über die Populismus-Vorwürfe von Heynckes gegen Sammer vergessen zu machen, erscheint günstig. Schließlich können die Bayern, denen erneut Arjen Robben fehlt, am Samstag für einen Startrekord sorgen. Sieben Siege in Serie gelangen außer den Münchnern (1995/96) bisher nur dem 1. FC Kaiserslautern (2001/02) und Mainz 05 (2010/11). Da der deutsche Rekordmeister derzeit jedoch die beste Tordifferenz aufweist, scheint die Bestmarke zum Greifen nahe.

Anders als in der vorigen Saison, als ein Acht-Punkte-Vorsprung auf den späteren Meister Dortmund verspielt wurde, wollen die Bayern diesmal mehr Konstanz zeigen. Zwar liegt Titelverteidiger BVB bereits sieben Punkte zurück, ist aber auf gutem Weg zurück zu alter Klasse. Der starke Champions-League-Auftritt beim 1:1 bei Manchester City macht der Borussia Mut für das schwere Spiel am Sonntag in Hannover. «Nach dem Spiel in Manchester folgt das nächste Highlight», sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der auf Ilkay Gündogan verzichten muss.

Für die meisten beteiligten Bundesligaclubs taugten die Europapokal-Auftritte während der Woche jedoch nicht als Mutmacher. In sieben Spielen mit deutscher Beteiligung gab es nur Siege von Hannover und Leverkusen. Besonders groß war der Katzenjammer in Mönchengladbach. Der kriselnde Altmeister präsentierte sich beim 2:4 gegen Fenerbahce Istanbul erneut in bedenklicher Form. Eine weitere Niederlage am Sonntag daheim gegen den Überraschungszweiten aus Frankfurt könnte die Kritik an Trainer Lucien Favre verstärken. «Es ist ein anderer Wettbewerb und wird deshalb auch ein anderes Spiel», sagte der Schweizer Fußball-Lehrer.

Auch in Stuttgart hängt der Haussegen schief. Das 0:2 beim norwegischen Meister Molde FK nahm die Hoffnung auf eine Trendwende, die der Sieg in Nürnberg am vorigen Bundesligaspieltag geweckt hatte. «Ich bin brutalst enttäuscht», klagte Trainer Bruno Labbadia, «wir haben gewusst, dass durch den Sieg nicht sofort alles wieder gut ist.» Ohne Erfolg am Sonntag gegen Leverkusen drohen erneut ein Sturz auf die Abstiegsplätze und eine intensivere Diskussion über die Arbeit des Trainers.

Ähnlich stellt sich die Ausgangslage für Labbadias Wolfsburger Kollegen Felix Magath vor dessen Rückkehr zum FC Schalke da. Um nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg den Teamgeist zu steigern, rationierte Magath im Anschluss an eine Laufeinheit das Trinkwasser für die Profis. Das sorgte für zahllose Kommentare.

Auch Benedikt Höwedes konnte sich eine hämische Bemerkung nicht verkneifen. «Wir haben ja nicht Magath als Trainer», kommentierte der Schalke-Kapitän auf die Frage, ob er und seine Mitspieler nach dem enttäuschenden 2:2 im Champions-League-Heimspiel am Mittwoch gegen Montpellier etwas zu trinken bekommen hätten. Im Duell gegen ihren ehemaligen Coach fehlt den Schalkern Innenverteidiger Kryriakos Papadopoulos.